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Das Spektrum ist groß – auch in der Zukunft. In Deutschland gibt es derzeit mehr als 320 anerkannte Ausbildungsberufe. Auch wenn die Tendenz sinkt – vor einem Jahrzehnt waren es noch mehr als 340 Arbeitsfelder – ist es gar nicht so leicht, den Überblick zu behalten.
Bei der Auswahl der Ausbildung sollte man sich zunächst von den eigenen Interessen leiten lassen und sich fragen: Für welche Themen brenne ich? Was waren meine Lieblingsfächer in der Schule? Habe ich gerne Kontakt mit Menschen? Oder arbeite ich lieber im Hintergrund und erziele dabei Erfolge? Wer sich nicht von den eigenen Vorlieben bei der Berufswahl leiten lässt, läuft Gefahr, in Tätigkeiten hineinzugeraten, die möglicherweise einen guten Ruf haben, aber einem selbst gar nicht liegen. Die Freude am Arbeitsplatz ist dann begrenzt – und das Risiko, die Ausbildung vorzeitig abzubrechen, groß.
Die zukünftigen Themen auf dem Arbeitsmarkt
Darüber hinaus ist es aber auch sinnvoll, die Bedürfnisse des Arbeitsmarkts im Blick zu haben. Zwar klagen fast alle Branchen darüber, zu wenige Fachkräfte zu finden. Allerdings stellt sich bei manchen Berufszweigen die Frage, wie bedeutsam diese in Zukunft sein werden. Begeisterung für das Fachgebiet und ein hervorragender Abschluss verhelfen kaum zur Traumkarriere, wenn die jeweilige Branche langfristig ausstirbt und wenig wirtschaftliche Zukunft hat.
Dagegen entwickeln sich in Zeiten der Digitalisierung, dem immer wichtiger werdenden Thema Künstliche Intelligenz (KI) und dem Bestreben nach Nachhaltigkeit und Förderung Erneuerbarer Energien auch immer neue und spezifizierte Berufsfelder heraus. Darüber hinaus reichern die aktuellen Entwicklungen bereits lange existierende Jobs mit neuen Arbeitsgebieten an, sodass ohne Menschen, die in diesem Fachbereich versiert sind, die wirtschaftliche Zukunft des Standorts Deutschland nur schwer vorstellbar ist. Auch die demografische Entwicklung Deutschlands und die damit verbundenen sozialen Trends der kommenden Jahre sollte man dabei berücksichtigen.
Diese Tätigkeiten sind in Zukunft noch wichtiger
Wer in den folgenden zehn Berufen eine Ausbildung startet, hat nicht nur gute Karrierechancen und ist für die stetigen Veränderungen in der Arbeitswelt bestens gewappnet. Er kann darüber hinaus auch spannende Transformationsprozesse in der Gesellschaft mit vorantreiben. Grundsätzlich ist auch festzustellen: Berufsfelder, die wenig mit Routinetätigkeiten zu tun haben, dafür aber analytische Fähigkeiten benötigen und mit Empathie gegenüber Mitmenschen einher gehen, sind auf dem Vormarsch und versprechen eine relativ große Zukunftssicherheit.
- Fachinformatiker: Ohne IT geht schon heute nichts mehr. Und auch in Zukunft werden Themen wie Cyberangriffe, Software-Sicherheit und digitale Transformation im Arbeitsalltag einen noch größeren Stellenwert einnehmen. Im privaten Bereich wird IT ebenfalls immer wichtiger – Stichwort Smarthome. Alternative Berufe in diesem Tätigkeitsfeld sind Softwareentwickler, Informatikkaufmann und IT-System-Elektroniker, die ebenfalls sehr gefragt sind.
- Technischer Produktdesigner: Autos, Möbel, Haushaltsgeräte. Damit die einzelnen Bauteile dieser Produkte millimetergenau hergestellt werden, braucht man exakte technische Zeichnungen. Diese stellen Technische Produktdesigner beispielsweise mit Hilfe von CAD-Programmen her und entwerfen 3D-Modelle am PC.
- Elektroniker: Energie-Unternehmen suchen händeringend nach Personal, um die Zukunft klimafreundlich zu gestalten. Wer auf dem neuesten Stand ist und beispielsweise Solartechnik fachgerecht installieren und warten kann, hat auf dem Arbeitsmarkt in den kommenden Jahrzehnten sehr gute Chancen.
- Kaufmann im E-Commerce: Der stationäre Handel in den Innenstädten ist immer weiter rückläufig. Viele Kauf- und Verkaufsvorgänge spielen sich online ab. Tendenz steigend. Hierfür braucht es Menschen, die die theoretischen und praktischen Grundlagen des Internethandels sicher beherrschen.
- Altenpfleger: Laut demografischer Prognosen wird die Durchschnittslebenserwartung in Deutschland bis zum Jahr 2060 nochmals um etwa fünf Jahre steigen. Die Gesellschaft wird also weiterhin immer älter. Die steigende Zahl der Senioren braucht Unterstützung und Betreuung. In diesem Zuge werden auch Altenpfleger sowie Physiotherapeuten und Beschäftigte in sozialen Berufen noch wichtiger und gefragter sein als heute.
- Chemielaborant: Corona ist sicher das bekannteste Beispiel: Auch aufgrund der Globalisierung entwickeln sich immer neue Krankheiten, die sich über den ganzen Globus ausbreiten. Um diese zu bekämpfen, braucht es unter anderem Menschen, die entsprechende Arznei entwickeln und produzieren. Dies ist ein Tätigkeitsfeld, in dem Chemielaboranten arbeiten können.
- Erzieher: Die Zeiten, in denen nur ein Elternteil berufstätig und das andere rund um die Uhr für den Nachwuchs da war, sind längst vorbei. Die Betreuung von Kindern, auch bis in die Abendstunden, ist für viele Familien heute notwendig, um den Alltag bewältigen zu können.
- Fachkraft für Lagerlogistik: Jeden Tag sind auf der Welt unfassbare Mengen an Waren unterwegs, um unzählige Produkte für uns jederzeit verfügbar zu halten. Dahinter steht ein enormer logistischer und organisatorischer Aufwand. Als Fachkraft in diesem Bereich nimmt man Waren an, lagert diese sachgerecht und prüft die Frachtpapiere.
- Maurer: In Deutschland herrscht akuter Wohnungsmangel. Das heißt: Es muss vielfach um- und neu gebaut werden. Wer sich neben dem Maurerberuf beispielsweise auch für die Tätigkeit eines Tischlers oder Malers interessiert, dürfte in Zukunft ebenfalls gut zu tun haben. Erst recht, weil es auf dem Arbeitsmarkt einen Handwerkermangel gibt.
- Augenoptiker: Die Menschen schauen immer mehr auf Bildschirme. Und sie werden immer älter. Damit einher gehen Zivilisationskrankheiten wie Kurzsichtigkeit. Wer sich mit Optik auskennt, kann dieser Entwicklung entgegenwirken.
Auch Zahntechniker und Hörakustiker werden in Zukunft viele Aufträge haben.
Von Daniel Hagmann


