Produktionsabläufe kontrollieren und organisieren, dafür sorgen, dass Maschinen und Fertigungsanlagen arbeitsbereit sind. Betriebsanlagen sowie technische Systeme warten, Ursachen für Störungen finden, um dann defekte Teile auszutauschen – all diese Dinge gehören zu den Aufgaben bei einem Industriemechaniker.
Für diesen Ausbildungsberuf hat sich auch der 18-jährige Jonas Wolpert entschieden. Im September 2022 hat er beim Unternehmen Arnold, das zur Würth-Gruppe gehört, seine Ausbildung am Standort Dörzbach im Hohenlohekreis angefangen. Nach seinem Realschulabschluss in Krautheim hat er keine Zeit verloren, sondern direkt losgelegt: Dreieinhalb Jahre dauert es insgesamt, bis er ausgelernt hat.
Erstes Lehrjahr zum Industriemechaniker: Viele Grundkurse
Während der Schule hat Jonas Wolpert unterschiedliche Praktika absolviert, auch im Handwerk. Doch letztendlich hat er sich für den Beruf des Industriemechanikers entschieden. „Ich habe mich mit dem Zeugnis der neunten Klasse beworben, zum Halbjahr in der zehnten Klasse“, erzählt er. Bewerbungen hat er mehrere verschickt und von allen Unternehmen Zusagen bekommen. „Bei Arnold war ich im Bewerbungsgespräch einfach überzeugt. Auch mit den Ausbildern hat es direkt gepasst“, sagt Jonas Wolpert und zeigt sich bis jetzt rundum zufrieden in seinem angehenden Beruf.
Im ersten Lehrjahr mache man am Anfang erstmal einen Grundkurs. Man starte an der Werkbank, feilt und sägt, erzählt er. Die Auszubildenden durchlaufen verschiedene Abteilungen, die für den jeweiligen Ausbildungsberuf relevant sind. Im Fall des Industriemechanikers ist das beispielsweise die Lehrwerkstatt, die Presserei und die Walzerei.
Bei Arnold in Dörzbach: Bald gibt’s ein Azubi-Auto
In der Berufsschule ist der Auszubildende normalerweise einmal in der Woche. Hierfür besucht er die Berufsschule in Öhringen. „Das ist schon ein Stück weg.“ Doch bald erhalten die Auszubildenden im Unternehmen ein Azubi-Auto, das sie für solche Fahrten nutzen können. Eine gute Idee, findet er.
Seine Arbeitszeiten variieren. In manchen Abteilungen kann Industriemechaniker Jonas Wolpert in der Frühschicht arbeiten, also von 6 bis 14 Uhr. Manchmal arbeitet er aber auch von 7 Uhr bis 15.15 Uhr. In der Spätschicht sind die Auszubildenden zum Industriemechaniker nicht tätig. Im Arbeitsalltag werde ihm viel zugetraut, seine Arbeit werde wertgeschätzt, erzählt Jonas Wolpert. Ob er sich wieder für die Ausbildung entscheiden würde? „Auf jeden Fall“, sagt der Hohenloher voller Überzeugung.
Um eine Ausbildung als Industriemechaniker zu beginnen, benötigt man einen Haupt- oder Realschulabschluss. „Mathe sollte man schon ein bisschen können“, sagt Jonas Wolpert. „Und im Technikunterricht sollte man auch aufgepasst haben.“ Aber ihm ist wichtig, nicht abzuschrecken, denn viel lerne man in der Berufsschule und vieles sei eben auch „ganz anders“ als in der Schule. Was ihm am besten gefalle? Die Zusammenarbeit mit seinen Kollegen. „Ich lerne von den anderen, aber arbeite trotzdem auf Augenhöhe mit den erfahrenen Mitarbeitern zusammen“, sagt er.
Industriemechaniker: Arbeit und Gehalt
Die Arbeit von Industriemechanikern ist vielfältig: Beispielsweise setzen sie Maschinenbauteile zusammen, bauen Werkstücke oder programmieren Maschinen grundlegende Arbeitsanweisungen ein. Darüber hinaus stehen auch Wartungs- und Reparaturarbeiten auf dem Programm.
Im ersten Lehrjahr liegt der Bruttolohn in der Ausbildung zum Industriemechaniker meist zwischen 950 und 1100 Euro. Im dritten Lehrjahr sind dann etwa 1.300 Euro Ausbildungsvergütung im Monat drin. Nach der Ausbildung kann der Industriemechaniker mit einem Monatsgehalt von etwa 3.000 Euro brutto rechnen. Langfristig sind 4.000 Euro pro Monat denkbar. Und auch, wenn sich die Industrie im Umbruch befindet, hat der Ausbildungsberuf Zukunft. Denn komplexe technische Probleme lösen zu können, wird weiterhin von großer Bedeutung sein. Unter den zehn beliebtesten Ausbildungsberufen bei der Handwerkskammer (HWK) Heilbronn-Franken befinden sich auch einige mit einem mechanischen Hintergrund.
Von Marie Provencal


