Ganz am anderen Ende der Welt sind zwei Mutige aus dem Raum Heilbronn, Judith Wägerle und Jonas Wörz, fernab der Heimat unterwegs und erleben eine intensive Zeit, die sich so wahrscheinlich nie mehr wiederholen lässt. Beim Work and Travel sind sie jeweils auf sich allein gestellt und müssen täglich neue Herausforderungen bewältigen. Dass dies spannend, aber auch anstrengend ist, erzählen die beiden in ihren Erfahrungsberichten aus dem Ausland.
Judith Wägerle aus Nordheim-Nordhausen, rund zehn Kilometer südwestlich von Heilbronn gelegen, erlebt nach ihrem abgeschlossenen Abitur ein regelrechtes Abenteuer. Seit Anfang Oktober 2023 ist sie allein in Neuseeland unterwegs. „Ich wusste nicht wirklich, was ich nach der Schule machen möchte“, sagt sie, weswegen sie sich für ein Jahr Work and Travel entschieden hat.
Work and Travel am anderen Ende der Welt
Judith Wägerle hat den nächstbesten Flug genommen – und nun ist sie in einem Kombi-Wagen auf der Südinsel Neuseelands unterwegs. Für alle, die an einem Gap Year interessiert sind, gibt es Organisationen, die einen bei Work and Travel unterstützen. Bei Judith Wägerle übernahm die Einrichtung Wayers die Organisation von Flug, Visum und Bankkonto. Tägliche Herausforderungen seien bei Work-and-Travel-Reisen ins Ausland vor allem das Finden von Arbeitsmöglichkeiten, Campingplätzen und Hostels. „Momentan arbeite ich auf einer Farm für Kirschen“, sagt die 19-Jährige. Die Arbeitszeiten seien zwar mit acht Stunden am Tag hart, die Bezahlung aber verhältnismäßig gut.
Trotz der großen Entfernung zur Heimat ist Judith Wägerle in Zusammenhang mit ihrer Work-and-Travel-Zeit gerne auf der anderen Seite der Welt. „Klar hatte ich am Anfang Heimweh. Aber wenn man die richtigen Leute kennenlernt, verfliegt das ganz schnell.“ Für Wägerle steht eines fest: Solch eine Erfahrung sollte jeder machen. „Es ist schlussendlich egal, ob man ein, zwei Jahre später studiert oder arbeitet. Im weiteren Leben hat man für so eine Reise voraussichtlich keine Zeit mehr.“ In ein paar Wochen schließen sich Judith zwei ehemalige Schulfreudinnen an. Die Freude ist bei allen groß.
Reise ins Ausland: Fokus auf Sprachverbesserung
Jonas Wörz aus Heilbronn-Neckargartach ist nach seinem beruflichen Abitur ebenfalls in der Ferne unterwegs. Mit der Sprachreisen-Organisation Education First flog er im vergangenen Sommer nach Singapur. Nach einiger Zeit ging es weiter nach Neuseeland zu einer Gastfamilie. Ihn packte die Abenteuerlust – und er möchte ein ganzes Jahr in der Ferne verbringen. „Später in meinem Leben hätte ich nie mehr Zeit dazu“, sagt der 21-Jährige.
Jobben oder ein FSJ zu bestreiten – das waren keine Optionen für ihn. „Mich bringt solch eine Reise viel weiter. Vor allem sprachlich.“ Jonas Wörz hospitiert auf einer Sprachschule. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Englischlernen. Seine Freizeit verbringt Wörz mit Gleichgesinnten aus der Schule. Zusätzlich ist er auf Arbeitssuche und hat ein weiteres Reiseziel in Planung. „Ich möchte Ende März noch für zehn Tage nach Australien“, sagt der junge Heilbronner.
Jahr im Ausland: Selbstbewusstsein und Offenheit entscheidend
Jonas Wörz aus Heilbronn-Neckargartach kann eine ausgiebige Sprachreise nur empfehlen. Allerdings sei eine solche Reise nicht für jeden etwas. „Man muss offen gegenüber neuen Kulturen und Menschen sein.“ Auch Selbstbewusstsein spiele eine ganz entscheidende Rolle. „Ich kann jedem ein solches Abenteuer nahelegen, der mal etwas anderes als die Heimat sehen möchte“, sagt Wörz. Die Eindrücke, die man bekommt, seien so erstaunlich, dass er dabei gar nicht an zu Hause denke.
Von Ben Ferdinand


