„Grau ist alle Theorie.“ Das wusste schon Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe. Da ist es umso wichtiger, sich nach jahrelangem Pauken in der Schule oder dem eng getakteten Studienplan an der Uni mitten ins Leben zu stürzen. Bevor es mit dem nächsten Abschnitt und beispielsweise dem Start ins Berufsleben weitergeht, heißt es erstmal: rein ins Geschehen. Und die Welt sowie Länder und Leute kennenlernen.
Wie die Deutsche Stiftung Völkerverständigung mit Sitz in Ahrensburg in Schleswig-Holstein mitteilt, wird das sogenannte Gap Year, das Lückenjahr zwischen zwei Kapiteln im Leben, immer beliebter. Rund 50.000 junge Leute aus Deutschland starten alleine im Laufe dieses Jahres in ein Auslandsjahr. Denn klar ist: Freier und ungezwungener kommt man anderen Kulturen und den dortigen Menschen wahrscheinlich nie mehr näher. Und dass sich dabei auch die Sprachkenntnisse verbessern, kann im späteren Berufsleben ein entscheidender Trumpf sein.
Zehn Tipps für die Vorbereitungen zum Gap Year
Doch damit das Gap Year auch der gewünschte persönliche Erfolg mit vielen spannenden Eindrücken und möglicherweise neuen Freunden fürs Leben wird, ist eine genaue Vorbereitung des Aufenthalts im Ausland wichtig. Wer die folgenden zehn Themen beachtet, stellt die Weichen für ein ereignisreiches Kapitel im Leben, das auch Jahrzehnte später noch in positiver Erinnerung bleiben wird.
- 1. Wohin soll’s gehen im Gap Year? Es klingt banal, aber man sollte sich fragen, welcher Sprach- und Kulturraum am besten zu einem passt. Das hilft, um das Zielland des Gap Years festzulegen. Um eine bestimmte Sprache im Alltag zu gebrauchen, gibt es zum Beispiel mehrere Möglichkeiten. Für Französisch muss man seine Zeit nicht unbedingt in Frankreich verbringen. Auch Teile Belgiens, der Schweiz oder Kanadas kommen infrage. Ähnlich ist es mit Englisch. Hierbei sind neben England zum Beispiel auch die USA oder Australien denkbar.
- 2. Was sind meine Ziele im Gap Year? Möchte man einfach nur herumreisen und das Land erkunden und vornehmlich die freie Zeit genießen? Gilt der Fokus dem sozialen Engagement? Oder ist das Ziel des Auslandsjahrs Work and Travel, verbunden mit Einblicken in spannende Berufsfelder? In diesem Zusammenhang gibt es Hilfsorganisationen, die bei den anfallenden Fragen rund um die Reise mit ihrer Erfahrung unterstützen.
- 3. Angebote rund um den Aufenthalt? Auf dem Markt gibt es viele Angebote rund um Gap Years. Hier gilt es, die infrage kommenden Möglichkeiten zu sichten. Und, sich mit den jeweiligen Organisationen in Verbindung zu setzen. Bei einigen Optionen gibt es auch Fristen, die einzuhalten sind.
- 4. Wann soll das Gap Year stattfinden? Gerade in Bezug auf Work and Travel ist es wichtig, zu wissen: Wann ist der beste Zeitraum für die eigenen inhaltlichen Ziele der Reise gegeben? Möchte man etwa in der Tourismusbranche tätig sein, gilt es, auch die entsprechende Saison bei seinem Auslandsaufenthalt zu berücksichtigen. Zudem sollte man auch bereits die Rückkehr ins Auge fassen. Möchte man nach dem Gap Year studieren, kann man die Reise etwa so legen, dass bei der Rückkehr der Semesterbeginn nicht mehr allzu fern ist. In diesem Zusammenhang kann man auch schon den Hin- und Rückflug buchen. Bei entsprechendem Vorlauf lässt sich dabei viel Geld sparen.
- 5. Welche Einreisebestimmungen gibt es im Gap-Year-Zielland? Bereits lange vor dem Reiseantritt sollte man sich um die Formalitäten kümmern. Wie zum Beispiel ein notwendiges Visum, einen Reisepass, essenzielle Versicherungen und wichtige Impfungen. Möglicherweise muss man vorab auch bestimmte Sprach-Zertifikate vorweisen.
- 6. Welche Unterlagen brauche ich sonst noch? Wenn man während des Gap Years lange Strecken zurücklegen möchte, ist es sinnvoll, schon vor der Reise einen internationalen Führerschein zu beantragen. Auch um eine Kreditkarte sollte man sich rechtzeitig kümmern.
- 7. Wie finanziert man den Auslandsaufenthalt? Die Kosten für die Reise selbst, die Verpflegung und die Unterkunft können ganz schön ins Geld gehen. Bei dem Work-and-Travel-Modell kommt im Rahmen eines Gap Years durchaus Geld rein. Manchmal erhält man während des Auslandsaufenthalts auch noch Kindergeld oder BAföG. Individuell gilt es zu prüfen, welche Rücklagen man selbst für die Finanzierung hat. Und, welche finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten es seitens der Familie gibt.
- 8. Sind meine Sprachkenntnisse ausreichend? Um sich verständlich machen zu können, hilft es, einen Sprach-Auffrischungskurs zu besuchen. Dies kann noch in der Heimat oder auch vor Ort, zu Beginn des Gap Years erfolgen.
- 9. Bin ich gesundheitlich fit? Ein Besuch beim Hausarzt, dem man idealerweise schon jahrelang bekannt ist, gibt Aufschluss, ob man während des Gap Years bestimmte Risiken besser meiden sollte. Auf diesem Weg kann man sich vorab auch noch entsprechende Medikamente beschaffen.
- 10. Geht’s ohne Abschiedsparty? Sicher nicht. Bevor man ins Abenteuer des Gap Years aufbricht, sollte man sich auch in geselliger Runde von den Freunden und der Familie verabschieden. Schließlich vergehen mindestens einige Monate, bis man sein vertrautes Umfeld das nächste Mal sieht.
Von Daniel Hagmann


