Seit sie denken kann, liebt es Juliane Pia Reyle zu fotografieren oder Videos zu drehen und diese auch zu schneiden. Das Schreiben liegt ihr ebenfalls. Besonders von Liedtexten. Der Online-Journalismus verbinde all diese Hobbys, erklärt die 28-Jährige. Im August 2022 begann sie ein Volontariat, kurz Volo, zur Online-Redakteurin bei der Stimme Mediengruppe. Dieses umfasst das Reichweitenportal echo24.de sowie den digitalen Auftritt der Tageszeitung Heilbronner Stimme. Mittlerweile ist Reyle ausgebildete Redakteurin.
Geboren ist Juliane Pia Reyle in Heilbronn. Ihre Kindergartenzeit allerdings verbrachte sie aus beruflichen Gründen ihres Vaters in Spanien bei Madrid. Und die Schulzeit erlebte sie in Nordrhein-Westfalen. Dort besuchte sie das Gymnasium und machte ihr Abitur. Später zog sie für ein Studium zurück in den Süden Deutschlands, nach Ludwigsburg. Dort gibt es den pädagogischen Studiengang Kultur und Medienbildung, den Reyle mit den Profilen Film, digitale Medien und Musik absolviert hat. Früh merkte sie jedoch, dass es nicht ihr Ding ist, andere anzuleiten. „Das Studium ist darauf ausgelegt, dass man lernt zu lehren. Ich mag es lieber, selber aktiv und kreativ zu sein“, sagt die begeisterte Sängerin und Redakteurin.
Im Volontariat zur Redakteurin: Weder Unterricht noch Prüfungen
Dass sie letztendlich bei einem Volontariat in einem Zeitungsverlag gelandet ist, empfindet sie als „Schicksal“. Denn Reyle fand während des Studiums zufällig eine Ausschreibung der Stimme Mediengruppe für einen Werkstudentenjob, für den sie angenommen wurde. „Dass das Kreative und Digital-Technische miteinander verknüpft sind“, habe sie davon überzeugt, sich im Anschluss direkt auf das Volontariat zu bewerben.
Zwei Jahre dauert das journalistische Volontariat, unter Umständen auch nur 15 Monate, bei besonders herausragenden Leistungen. Es unterscheidet sich von einer gewöhnlichen Ausbildung insofern, als dass man keine Schule oder Prüfungen hat, sondern nur Fortbildungen und Seminare besucht. Ansonsten ist man ganz in den Berufsalltag eingebettet. Während des Volontariats in der Online-Redaktion könne man herausfinden, was einem am meisten liegt.
Als Redakteurin sind Schicht- und Wochenenddienste keine Seltenheit
Redakteurin Reyle nennt folgende Beispiele: News-Artikel oder dann doch, ihre persönliche Präferenz, die Suchmaschinenoptimierung (Seo) und Reichweitenartikel. „Ich weiß nun, dass ich Seo-Redakteurin sein möchte“, sagt sie. Auch, wenn sie dafür oft Schicht- und Wochenenddienst leisten muss. „Du lernst, Google und Soziale Medien richtig zu füttern, etwa mit Keywords. So kannst du mit deinen Artikeln in kürzester Zeit ganz viele Menschen erreichen. Das ist Wahnsinn.“ Schnelligkeit, Multitasking und Zeitmanagement, darauf komme es im Volontariat an. Besonders, wenn es um Breaking News geht.
Von den Mythen, die besagen, Redakteure könnten in einigen Jahren durch Künstliche Intelligenz (KI) ersetzt werden, lässt sich die Stimme-Redakteurin Juliane Pia Reyle jedoch nicht beeindrucken. Sie sieht in der stetigen Entwicklung der Technologie nicht das Ende, sondern vielmehr eine Erweiterung journalistischer Möglichkeiten, „KI kann nur als Hilfsmittel dienen“, sagt Reyle. Den Menschen mit all seinen Emotionen zu ersetzen, das schaffe die Technik ihrer Einschätzung nach nicht.
Gehalt: Das verdient man als Journalist
Wer nach seiner Praxiserfahrung und nach dem Studium beispielsweise – wie Reyle – bei einer Tageszeitung unterkommt, die nach Tarifvertrag bezahlt, erhält im ersten Jahr des Volontariats etwa 2.200 Euro Bruttogehalt im Monat, im zweiten Jahr sind es 2.521 Euro. Mit der Anzahl der Berufsjahre steigt das Gehalt einer Redakteurin oder eines Redakteurs dann gestuft weiter an:
- Erstes bis viertes Jahr als Redakteur: 3.591 Euro Bruttogehalt im Monat
- Fünftes bis achtes Berufsjahr: 4.078 Euro Bruttogehalt im Monat
- Neuntes bis 14. Jahr: 4.706 Euro Bruttogehalt im Monat
- Ab dem 15. Berufsjahr: 5.178 Euro Bruttogehalt im Monat
In anderen Medien variieren die Gehaltsstrukturen für Journalisten. Bei Zeitschriften zum Beispiel ist die Gehaltsstruktur ähnlich gestuft wie bei Tageszeitungen und liegt sogar noch ein klein wenig höher. Im privaten Rundfunk ist das Gehalt weniger an die Anzahl der Berufsjahre, sondern eher an die Zuständigkeit und den Aufgabenbereich gebunden. Der Lohn für Journalisten liegt dabei etwas niedriger als bei Zeitschriften und Tageszeitungen.
Von Aleyna Tas


