Amelie Eberl studiert an der HdM in Stuttgart Journalismus und PR.
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Ausbildung, Gehalt, Zugang: So wird man Journalist

Vor allem Praxiserfahrung und ein intaktes Netzwerk sind entscheidend, um in Redaktionen Fuß zu fassen.

Amelie Eberl studiert an der HdM in Stuttgart Journalismus und PR.

Vorweg: Grundsätzlich ist die Berufsbezeichnung „Journalist“ in Deutschland nicht geschützt. Jeder darf sich so nennen. Um jedoch professionell in einer Redaktion tätig zu sein, muss man schon mehr vorweisen können als die bloße Selbstbezeichnung. Allerlei Praxiserfahrung und ein Studium sind in aller Regel Grundvoraussetzung für einen professionellen Berufsweg als Journalist.

Die schwule Clubszene in Stuttgart oder die Sexualisierung von Frauen sind Themen, die Amelie Eberl umtreiben. Die 20-Jährige studiert an der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart Crossmedia-Redaktion und Public Relations. „Objektiver Journalismus ist wichtig für die Gesellschaft“, sagt die junge Frau aus Heilbronn. „Und ich möchte auch meinen Beitrag dazu leisten.“

Praktika im Journalismus entscheidend

Ihren Berufswunsch hatte Amelie Eberl aus Heilbronn schon früh vor Augen. Nach dem Abitur absolvierte sie ein dreimonatiges Praktikum bei der Tageszeitung Heilbronner Stimme. Das war damals nötig, um sich auf den Studiengang zu bewerben. Heute wurde diese Zulassungsvoraussetzung abgeschafft. Dennoch: Wer an der HdM in Stuttgart studieren möchte, muss mehr vorweisen können, als ein gutes Abiturzeugnis. „Arbeitsproben sind super wichtig bei der Bewerbung“, erklärt Amelie Eberl. Nur rund 40 Bewerber werden pro Semester zugelassen.

In Gruppenarbeiten lernen die Studierenden und angehenden Journalisten das Schreiben von Texten und, wie es im Redaktionsalltag abläuft. „Die HdM setzt unheimlich viel auf praktische Erfahrung“, sagt Eberl. Es gibt zwei Schwerpunkte: Journalismus und PR. Im Laufe des Studiums muss jeder Studierende sich entscheiden, welchen Schwerpunkt er weiter verfolgen möchte.

Betreuung in Hochschule persönlicher als an der Uni

Die Hochschule in Stuttgart ist gut in der Arbeitswelt vernetzt. Häufig sind Dozenten zu Gast, die sich in der Branche einen Namen gemacht haben. Der Campus ist modern, die Redaktionsräume für die Studenten sind mit der besten Technik ausgestattet. Zum Beispiel gibt es ein Labor für Podcast-Aufnahmen. Für Amelie Eberl ist das ein großes Plus: „Journalistische Studiengänge sind sehr begrenzt in Deutschland. Dieser hier ist einer der besten, den es gibt. Schon allein, was den Ruf angeht.“

Der Vorteil einer Hochschule: Es ist viel persönlicher als beispielsweise ein Studium an der Uni. Mit vielen Dozenten sind die Studierenden per Du. Und auch untereinander herrscht ein starker Zusammenhalt. Eberl: „Man wächst durch die vielen Gruppenarbeiten zusammen. Die HdM in Stuttgart bietet auch viele Events an, bei denen man sich gut kennenlernen kann.“

Als Journalist kann man sich Themen selbst suchen

Insgesamt dauert das Bachelor-Studium für die angehenden Journalisten sieben Semester. Für Amelie Eberl steht bald ein Praktikum an, das sie beim Radiosender Antenne1 absolviert. Anschließend besteht die Möglichkeit, ein Auslandssemester zu machen.

Nach dem Bachelor-Abschluss will Amelie Eberl noch einen Master machen – ebenfalls an der HdM in Stuttgart. Und danach? „Mal sehen“, sagt sie. „Schreiben macht mir unheimlich viel Spaß“, erklärt die Studentin. Aber auch hinter der Kamera fühlt sie sich wohl. Hauptsache Journalismus, das steht für sie fest. „Es ist ein cooles Gefühl, mir Themen auszusuchen, die mich interessieren. Und man lernt in diesem Beruf jeden Tag neue und spannende Leute kennen.“

Als Journalist gut vernetzt

Die Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart ist eine staatliche Hochschule. Die Semestergebühren belaufen sich somit nur auf rund 200 Euro pro Semester. Im Vergleich zu einer Universität enthält ein Studium an einer Hochschule einen hohen Praxisanteil. Dadurch werten Studenten ihren Lebenslauf auf und vernetzen sich – das kann später Vorteile bei der Bewerbung bringen. Oft sind auch die Jahrgänge kleiner und die Betreuung persönlicher als an einer Universität.

Nach dem Studium schließt sich häufig ein Volontariat in einer Redaktion an, bei dem man noch zusätzliche Praxis-Erfahrung sammelt und ins Tagesgeschäft eines Journalisten eingebunden ist. Ein solches Volontariat dauert in der Regel zwei Jahre. Danach ist man ausgebildeter Redakteur.

Gehalt: Das verdient man als Journalist

Wer nach seiner Praxiserfahrung und nach dem Studium beispielsweise bei einer Tageszeitung unterkommt, die nach Tarifvertrag bezahlt, erhält im ersten Jahr des Volontariats etwa 2.200 Euro Bruttogehalt im Monat, im zweiten Jahr sind es 2.521 Euro. Mit der Anzahl der Berufsjahre steigt das Gehalt dann gestuft weiter an:

  • Erstes bis viertes Jahr als Redakteur: 3.591 Euro Bruttogehalt im Monat
  • Fünftes bis achtes Berufsjahr: 4.078 Euro Bruttogehalt im Monat
  • Neuntes bis 14. Jahr: 4.706 Euro Bruttogehalt im Monat
  • Ab dem 15. Berufsjahr: 5.178 Euro Bruttogehalt im Monat

In anderen Medien variieren die Gehaltsstrukturen für Journalisten. Bei Zeitschriften zum Beispiel ist die Gehaltsstruktur ähnlich gestuft wie bei Tageszeitungen und liegt sogar noch ein klein wenig höher. Im privaten Rundfunk ist das Gehalt weniger an die Anzahl der Berufsjahre, sondern eher an die Zuständigkeit und den Aufgabenbereich gebunden. Der Lohn für Journalisten liegt dabei etwas niedriger als bei Zeitschriften und Tageszeitungen.

Von Theresa Heil