Als das perfekte Zusammenspiel aus pädagogischen und medizinischen Aspekten. So beschreibt Natasha Torabli die Logopädie. Die 22-Jährige, die ursprünglich aus Beilstein im südlichen Landkreis Heilbronn stammt und jetzt in Steinheim lebt, ist im dritten Lehrjahr an den Bernd-Blindow-Schulen in Heilbronn. Logopädie kann man auch studieren. Aber die Abiturientin hat sich bewusst für die Ausbildung entschieden. „Hier bekomme ich viel mehr praktische Erfahrung.“
Natasha Torablis Stiefvater ist ebenfalls Logopäde. Sie wuchs also mit dem Beruf auf, machte bereits in der achten Klasse ein Praktikum in seiner Praxis. „Dass ich einen sozialen Beruf ausüben möchte, stand früh fest“, erklärt sie. Grundschullehrerin stand auch mal im Raum. Doch nun ist sie froh, sich für die Logopädie entschieden zu haben. „Die Zeit hier hat mich noch mehr bestätigt, dass es genau das Richtige ist.“
Als Logopädin hat man einen kreativen Beruf
Logopäden therapieren Probleme mit Sprache, dem Sprechen, der Stimme und dem Schlucken in jeder Altersklasse. „Wenn ein Kind zum Beispiel eine Sprachentwicklungsstörung hat oder gar nicht spricht, versuchen wir, Strategien zu finden, wie das Kind kommunizieren kann.“ Ein anderes Feld ist etwa verwaschene Sprache nach einem Schlaganfall. Hier muss das Sprechen wieder trainiert werden. „Es gibt unheimlich viele Störungsbilder und dementsprechende Therapieansätze“, berichtet Natasha Torabli über die Vielfältigkeit ihres Berufs.
Nach der Aufnahmeprüfung, vor der ihrer Meinung nach niemand Angst haben sollte, stehen verschiedene medizinische Fächer wie Anatomie, Hals-Nasen-Ohren-Kunde und Pathologie, aber auch die Grundlagen der Logopädie und Linguistik auf dem Stundenplan. „Es ist sehr spannend, zu erfahren, wie alles funktioniert“, erklärt sie. Gleichzeitig sei es aber auch ein sehr kreativer Beruf. Jeder könne seine eigene Art Therapeut werden und entscheiden, wie er arbeiten möchte – sich frei entfalten. Sie selbst habe schon immer gern gezeichnet und spielt Querflöte.
Immer längere Praxisphasen als angehende Logopädin
Mit jedem Lehrjahr werden die Praxisphasen länger. So werde der Weg zum therapeutischen Arbeiten pädagogisch aufgebaut. „Wir haben hier eine Lehrpraxis, in der wir ab dem zweiten Jahr an die Arbeit am Patienten herangeführt werden. Durch diese Erfahrung können die Schüler auch während ihrer Praktika in Kliniken oder anderen Praxen schon mitarbeiten sowie bei der Diagnostik und Therapie tätig sein.
Das klingt aufwendig. Und ist es auch. „Es ist eine sehr zeitintensive Ausbildung, und man sollte lernen wollen“, sagt Natasha Torabli. Immer das Ziel vor Augen haben, fleißig sein, hält sie für unabdingbar. Immerhin kostete die Schule für sie auch noch Gebühren, während die neuen Bewerber die Ausbildung kostenlos absolvieren können.
Gehalt: Das verdient eine Logopädin
Danach stehen den Absolventen alle Türen offen. Denn der Mangel an Fachkräften ist in der Logopädie enorm. „Alle Praxen suchen händeringend.“ Deswegen wird die 22-Jährige nach ihrem Examen, vor dem sie ordentlich Respekt hat, auch bei ihrem Stiefvater arbeiten und nicht erst, wie ursprünglich geplant, zunächst in eine Klinik gehen. Von außen sehe der Beruf oft banal aus, als werde nur ein bisschen mit den Patienten gespielt. „Aber da steckt so viel mehr dahinter. Und sie sind sehr dankbar dafür.“ Langweilig werde einem so nie.
Während der dreijährigen Ausbildung zur Logopädin verdient man etwas mehr als 1.000 Euro brutto im Monat. Das genaue Gehalt hängt vom Arbeitgeber und der Region ab, in der man beschäftigt ist. Mit jedem Ausbildungsjahr steigt das Brutto-Monatsgehalt um etwa 100 Euro im Vergleich zum jeweiligen Vorjahr. Nach erfolgreichem Abschluss können Logopäden mit einem Berufseinstiegsgehalt von etwa 2.600 Euro brutto im Monat rechnen. Langfristig können sie etwa ein Gehalt von 3.000 Euro brutto im Monat erwarten.
Ausbildung für Gesundheitsberufe in Heilbronn
Die Bernd-Blindow-Schulen in Heilbronn an der Allee wurden 2008 gegründet bilden in unterschiedlichen Gesundheitsberufen aus. Hierzu gehören die Fachbereiche Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und pharmazeutisch-technischer Assistent (PTA). Logopädie und PTA sind schulgeldfrei. Die schulischen Ausbildungen zeichnen sich durch einen hohen Praxisanteil aus. Zusätzlich gibt es ausbildungsbegleitende Studienmöglichkeiten sowie das Bachelor-Fernstudium Pharmamanagement und Pharmaproduktion.
Von Stefanie Pfäffle


