„Ich habe mich für den Mechatroniker als Beruf entschieden, weil er abwechslungsreich ist und Spaß macht“, sagt Nicole Keppele. Die 25-Jährige ist im letzten Ausbildungsjahr zur Mechatronikerin bei der Firma W. Gessmann in Leingarten bei Heilbronn. Dreieinhalb Jahre dauert die Lehrzeit – und ist eine gute Grundlage, um sich später noch weiterzubilden.
In der Lehrwerkstatt arbeitet Keppele unter anderem an verschiedenen Projekten und bekommt Lerninhalte vermittelt. Sie lernt unterschiedliche Abteilungen kennen und arbeitet dort fest mit. „In einem Bereich habe ich alles an einem Zugfahrschalter gemacht – vom mechanischen Montieren bis hin zur Elektrik. Man hat mir jeden Arbeitsschritt genau gezeigt“, erzählt Keppele. In den Abteilungen läuft ein Arbeitstag für einen Auszubildenden fast wie der eines Facharbeiters ab. „Wir dürfen in der Produktion mitarbeiten, uns wird alles beigebracht und man beantwortet uns alle Fragen.“
Ausbildung zum Mechatroniker: Inhalte aus Mechanik, Elektrik und IT
Mit ihrem Ausbildungsjahrgang hat die angehende Mechatronikerin Nicole Keppele ein Projekt für die IHK-Bildungsmesse auf die Beine gestellt. Die Azubis haben einen Greifautomaten gebaut, der mit einem Joystick gelenkt wird. Und die Besucher der Bildungsmesse konnten an diesem Automaten Geschenke gewinnen. „Es war sehr cool, als der Automat gelaufen ist.“
Keppele hat viel fachliches Wissen aus der Mechatroniker-Ausbildung mitgenommen. „Man lernt allerlei Mechanisches, Elektronisches, aber auch über Informatik und das Programmieren.“ Wenn der 25-Jährigen etwas schwerfällt, ist sie trotzdem mit Spaß bei der Sache und will es lernen. „Man muss die nötige Motivation mitbringen und eine technische Denkweise haben. Und es ist auch ganz wichtig, dass man keine zwei linken Hände hat.“
Viele Weiterbildungsmöglichkeiten im Handwerk
Von ihrem Betrieb im Landkreis Heilbronn bekommt die angehende Mechatroniker große Unterstützung. „Und wenn es Probleme in der Berufsschule oder in der Firma gibt, kann man sich immer an die Ausbilder wenden – und sie helfen einem.“ Das Arbeitsklima findet Nicole Keppele in ihrem Betrieb sehr gut. „Die Kollegen sind super. Und auch der Ausbilder unterstützt einen immer, wenn man darum bittet.“ Sie möchte auf jeden Fall in ihrer Firma bleiben, weil es ihr auch sehr gut in der Abteilung gefällt, in der sie arbeitet. „Ich möchte gerne eine Weiterbildung machen, weiß aber noch nicht, welche. Es gibt viele Optionen, sich als Mechatronikerin weiterzubilden. Ich schaue mich gerade um.“
Ein Mal in der Woche hat sie Theorieunterricht in der Christian-Schmidt-Berufsschule in Neckarsulm bei Heilbronn. „Alle drei Wochen hatten wir praktischen Werkstattunterricht.“ Zum Theorieunterricht gehören die Fächer Berufstheorie Elektro- und Metall-, Gemeinschafts- und Wirtschaftskunde, Deutsch und Englisch.
Gehalt: Das verdient man als Mechatroniker
Nicole Keppele kann ihre Mechatroniker-Ausbildung durchaus empfehlen, wenn die Lust auf Technik vorhanden ist. „Der Beruf Mechatroniker deckt ein breites Feld ab. Und es gibt viele Richtungen, die man mit der abgeschlossenen Ausbildung einschlagen kann.“ Einsteiger sollten Softskills wie Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit vorweisen können. Keppele: „Und wenn man die nötige Motivation nicht mitbringt, wird es schwer.“ Nicole Keppele hat es nicht abgeschreckt, dass der Beruf männerdominiert ist. „Das macht keinen Unterschied – und sollte es auch nicht. Mechatroniker ist ein moderner Beruf“, sagt die junge Frau aus Schwaigern-Massenbach bei Heilbronn.
Gerade technische und handwerkliche Berufe sind am Arbeitsmarkt auch in Zukunft durchaus gefragt. Die Höhe des Ausbildungsgehalts ist vertraglich geregelt. Die Firma Gessmann hat den Tarifvertrag der
ERA. Im ersten Ausbildungsjahr liegt die Vergütung bei 1.091 Euro und im vierten bei 1.329 Euro brutto. Am 1. Mai 2024 stieg die Vergütung nochmals um 40 Euro. Nach ihrer Ausbildung verdient Nicole Keppele als Mechatronikerin ungefähr 3.000 Euro brutto im Monat, wobei der Lohn nach einem halben Jahr und nach einem Jahr noch mal steigt.
Von Paul Glaser


