Er war sich unsicher. Denn Kristof Molnar aus Heilbronn wusste nach seinem Schulabschluss nicht sofort, dass er eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement beginnen würde. Darum hat sich der 21-Jährige zunächst zwei Jahre „beruflich ausprobiert“. Und war in unterschiedlichen Bereichen tätig, bis er für sich die Gewissheit hatte, dass ein Bürojob für ihn das Richtige sei.
Durch die Agentur für Arbeit ist Kristof Molnar auf die Seniorendienste Neckartal in Bad Wimpfen, im nördlichen Landkreis Heilbronn, aufmerksam geworden. Die schnelle Antwort auf seine Bewerbung für den Ausbildungsplatz zum Kaufmann für Büromanagement hat ihn überrascht: Nach nur einem Tag hat er schon die Einladung für ein Vorstellungsgespräch bekommen. Nun befindet er sich im ersten von drei Ausbildungsjahren.
Typische Tätigkeiten als Kaufmann für Büromanagement: Planen und Koordinieren
Seine erste Aufgabe am Morgen bei den Seniorendiensten Neckartal ist der Postrundgang. Kristof Molnar schnappt sich dann einen Koffer und geht in die unterschiedlichen Gebäude seiner Firma, in der die Bewohner betreut werden. Dort teilt er die Post aus – und sammelt sie ein. Anschließend prüft er in einer Excel-Tabelle, ob Krankmeldungen von verhinderten Mitarbeitern vorliegen. Den Rest des Tages erledigt er Aufgaben, die er zugeteilt bekommt. Selbstverständlich hat er dabei auch mit den Pflegern zu tun, die sich um die Senioren kümmern.
Zu den typischen Tätigkeiten als Kaufmann für Büromanagement gehören Planung, Koordination und Überwachung von Terminen, Besprechungen und Geschäftsreisen sowie allgemeine Bürotätigkeiten. Molnar findet es vor allem wichtig, dass man in dem Beruf über organisatorische Fähigkeiten und PC-Kenntnisse verfügt: „Je nachdem, in welche Richtung man nach der Ausbildung geht, sind Menschenkenntnisse wichtig – zum Beispiel in der Personalabteilung.“
Selbstständiges Arbeiten als Kaufmanns-Azubi
Hat er beim Arbeiten oder Lernen Probleme oder ist sich der 21-jährige Heilbronner unsicher, sind seine Ausbilder und Kollegen stets hilfsbereit und freundlich. Erhält er Aufgaben, macht er diese jedoch selbstständig – und die Kollegen vertrauen ihm. Kristof Molnar erklärt: „Falls ich aber mal nicht weiter weiß, ist immer jemand da, der mir hilft und mich unterstützt.“
Theorieunterricht hat er auf der Andreas-Schneider-Schule in Heilbronn-Böckingen. Jede Woche dienstags von 8 bis 15.30 Uhr und donnerstags von 8 bis 12 Uhr. Zu seinen Fächern gehören Deutsch, Text- und Datenverarbeitung. Dazu gibt es noch Lernfelder von eins bis vier. Diese sind an praxisnahen betrieblichen Situationen ausgerichtet und bündeln mehrere Handlungsbereiche. Beispielsweise deckt das kaufmännische Lernfeld „Bestände und Wertströme erfassen und dokumentieren“ die Aufgaben aller betrieblichen Funktionsbereiche ab.
Weiterbildung in Richtung Marketing möglich
Das Arbeitsklima findet der 21-Jährige im Seniorendienst Neckartal sehr gut. Grund: „Alle sind freundlich, verständnisvoll, und es gibt auch oft was zu lachen.“ Molnar findet es außerdem auch familiär in seinem Betrieb. Nach seiner Ausbildung möchte er gerne eine Weiterbildung in Richtung Marketing machen.
Die Höhe des Ausbildungsgehalts als Kaufmann für Büromanagement ist vertraglich geregelt. Im ersten Ausbildungsjahr liegt die Vergütung von etwa 650 bis 1.200 Euro brutto. Im dritten Jahr liegt sie zwischen 880 bis 1.330 Euro brutto. Ausgelernt verdient man in Baden-Württemberg knapp 3.800 Euro. Kristof Molnar hat 30 Tage Urlaub im Jahr.
Von Paul Glaser


