Mechatroniker Kerim Akgün wartet eine Klimaanlage.
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Ein Job mit Zukunft: Mechatroniker für Kälte- und Klimatechnik

Als Mechatroniker für Kälte- und Klimatechnik kann man mit handwerklichem Geschick selbst an der nachhaltigen Klimawende mitwirken.

Mechatroniker Kerim Akgün wartet eine Klimaanlage.

Die Sommer werden aufgrund des Klimawandels immer wärmer – und damit auch die Gebäude. Klimaanlagen, die im kalten Winter für eine mollig warme Atmosphäre sorgen, sind daher immer gefragter. „Klimatechnik ist ein großes Thema. Und das ist für mich ein Ansporn, mich intensiv damit zu beschäftigen“, erzählt Kerim Akgün. Der 19-Jährige befindet sich im zweiten Lehrjahr zum Mechatroniker für Kälte- und Klimatechnik bei der Firma Hertner in Heilbronn.

Der junge Mann aus Heilbronn-Frankenbach ist ganz offen: „Das Gymnasium hab ich zu sehr auf die leichte Schulter genommen. Deshalb bin ich dann auf die Realschule gewechselt.“ Nach dem Abschluss an der Heinrich-von-Kleist-Realschule in Heilbronn stand aber für ihn fest: Er möchte auf jeden Fall zuerst eine Ausbildung machen – und nicht weiter zur Schule zu gehen. Akgün: „Ich finde es wichtiger, erst Berufserfahrung zu sammeln. Das berufliche Abi kann ich dann immer noch nachholen. Für mich ist das der beste Weg.“

Mechatroniker für Kälte-und Klimatechnik statt Job am Schreibtisch

Eine Ausbildung soll es also sein. Nur: in welchem Fachbereich? Kerim Akgün möchte auf jeden Fall etwas Handwerkliches machen. Den ganzen Tag nur am Schreibtisch zu sitzen, kann er sich nicht vorstellen. „Ich muss mich bewegen. Jetzt bin ich jede Woche woanders. Das ist schon was Schönes.“ Die ersten Praktika bringen nicht den Traumjob – bis ihm sein Cousin die Firma Hertner vorschlägt. Und das ist es. „Ich hätte gar nicht gedacht, dass mir der Beruf Mechatroniker für Kälte- und Klimatechnik gefallen wird. Aber die Woche war richtig gut und hat Spaß gemacht“, sagt der Hobby-Fußballer.

Klimaanlagen einbauen, Geräte warten, auf Montage gehen – das ist seitdem sein Berufsleben. Aufgrund des Schwerpunkts seines Arbeitgebers handelt es sich dabei aber nur selten um ein einzelnes Wohnhaus, sondern eher um große Industrie- und Gewerbebauten mit komplexen Systemen. Das ist ein anspruchsvolles Thema. Das zeigt auch die Ausbildungsdauer von dreieinhalb Jahren. Alle drei Monate geht es für vier Wochen an die Berufsschule nach Leonberg, eine Strecke, die noch leicht zu pendeln ist. Daher verzichtet Akgün auf einen Wohnheimplatz. Den würde allerdings, ebenso wie die Spritkosten, sein Arbeitgeber aus Heilbronn übernehmen.

Wichtig: Handwerkliches Geschick und Teamfähigkeit

„Der Bereich Elektrotechnik ist der Komplizierteste. Aber wenn man es mal kapiert hat, macht es richtig Spaß“, erzählt der 19-Jährige. Dazu kommen Fächer wie Kältetechnik, klassische Schulfächer wie Deutsch und Englisch, aber es geht auch in die Elektro- und Kältewerkstatt. „Es ist alles machbar. Aber man muss auf jeden Fall am Ball bleiben.“ Interesse zeigen, das ist natürlich auch im Betrieb extrem wichtig. Im ersten Lehrjahr ging es vor allem um Basisdinge wie Sicherheit und Ordnung auf der Baustelle. Aber nach und nach durfte der Azubi immer mehr Aufgaben selbstständig übernehmen. „Mein Geselle vertraut mir da. Und wenn ich etwas nicht weiß, wird mir geholfen“, erklärt Akgün.

Ein bisschen handwerkliches Geschick sollte man für den Beruf des Mechatronikers für Kälte- und Klimatechnik schon mitbringen, sagt Kerim Akgün. Und man muss anpacken können. Denn so ein Gerät kann schon mal 120 Kilogramm wiegen. Teamfähigkeit sei ebenfalls wichtig, um auf der Baustelle gut zusammenarbeiten zu können. Das Wichtigste überhaupt ist allerdings Interesse an den Themen. Kerim Akgün empfiehlt allen Berufsanfängern im Bereich Mechatroniker für Kälte/Klima: „Zeig einfach, dass du mehr wissen willst.“

Gehalt und Weiterbildung: Das bietet der Beruf Mechatroniker für Kälte- und Klimatechnik

Der Beruf Mechatroniker für Kälte- und Klimatechnik ist aufgrund des großen Themas Nachhaltigkeit ein Tätigkeitsfeld mit Zukunft. In der Ausbildung kann man im ersten Lehrjahr mit einem Gehalt zwischen 700 und 900 Euro brutto pro Monat rechnen. In den weiteren Lehrjahren steigert sich der monatliche Bruttoverdienst. Zur Mitte der Ausbildung kann man knapp 1.000 Euro erwarten. Im dritten und dem darauf folgenden letzten Halbjahr der Lehrzeit steigt das Gehalt dann geringfügig über die 1.000-Euro-Grenze. Allerdings ist die Höhe des Gehalts vom Arbeitgeber und der Region abhängig, in der man beschäftigt ist. Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt zwischen 2.100 Euro und 2.500 Euro brutto im Monat. Kommt im weiteren Karriereverlauf noch Führungsverantwortung dazu, sind rund 4.000 Euro monatliches Brutto denkbar.

Im Anschluss an die erfolgreiche Ausbildung zum Mechatroniker für Kälte- und Klimatechnik kann man beispielsweise noch eine Weiterbildung zum Meister dranhängen. Das ermöglicht, selbst Azubis auszubilden oder einen Betrieb zu leiten. Darüber hinaus ist eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker möglich. In dieser Funktion ist man für die Planung von Arbeiten an kälte- und raumlufttechnischen Anlagen zuständig. Zudem ist es denkbar, nach der abgeschlossenen Ausbildung an einer Universität oder Fachhochschule einen Ingenieursstudiengang wie Kältesystemtechnik oder Energie- und Versorgungstechnik zu studieren.

Von Stefanie Pfäffle