Steinmetz ist ein kreativer, aber für die Hände auch anstrengender Beruf.
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Beruf erklärt: Das arbeitet und verdient ein Steinmetz

Steinmetze müssen technisches Verständnis und handwerkliches Geschick mitbringen. Aber auch Empathie und Sensibilität sind an manchen Arbeitstagen entscheidend.

Steinmetz ist ein kreativer, aber für die Hände auch anstrengender Beruf.

Das Handwerk des Steinmetz hat eine lange Tradition. Berufe wie der Fließenleger und der Maurer haben sich aus dieser Tätigkeit heraus entwickelt, erklärt Joshua Lägler. Er hat im Natursteinbruch der Firma Reimold in Eppingen-Mühlbach im Landkreis Heilbronn das erste Lehrjahr vollendet, wo er bereits als Praktikant tätig war.

Aufgewachsen ist der 18-Jährige in Brackenheim in der Nähe von Heilbronn. Die Realschule absolvierte er in Güglingen. Dass es danach eine handwerkliche Ausbildung sein sollte, war ihm früh klar. „Mir war wichtig, dass der Beruf Spaß machen soll“, sagt der Auszubildende. Ein Freund, der selbst als Steinmetz tätig ist, habe ihn auf den Geschmack gebracht.

Arbeit mit Grabmälern als Teil des Steinmetzberufs

Joshua Lägler erklärt, was den Steinmetzberuf ausmacht, so, wie er ihn am Steinbruch kennenlernt. „Im Steinbruch stellen wir unter anderem Produkte wie Mauersteine her, die an Privatpersonen oder andere Betriebe verkauft werden.“

Als Praktikant habe er auch schon andere Tätigkeiten übernommen, wie zum Beispiel eine Schrift gehauen, wie sie für Grabmale verwendet werden. „Als Steinmetz macht man auch Restaurationen für ältere Gebäude, wie Fassadenstücke für Kirchen“, erklärt Joshua Lägler.

Steinmetz: Architekturstile Teil des Lehrplans

Derzeit könnte er sich die Arbeit an sakralen Gemäuern auch für später vorstellen. Denn dort, wo Joshua Lägler die Berufsschule besucht, gibt es ein Werk der Zunft, das ihm sehr imponiert. Alle drei Monate hat er einen Unterrichtsblock von bis zu vier Wochen in Freiburg. „Das Münster ist einfach ein sehr beeindruckendes Bauwerk“, sagt Joshua Lägler. Das Wahrzeichen der Uni-Stadt an der Dreisam und gotische Kirchen generell gefallen Joshua Lägler sehr.

Erst war für ihn der Spaß am Beruf zentral. „Aber im Gespräch mit den Schulkameraden und durch den interessanten Unterricht denkt man mehr über seine Profession nach“, sagt der junge Mann. „Das Langanhaltende, etwas für die nächsten Generationen zu schaffen, ist ein sehr schöner Aspekt.“ Für eine Kirche in Waiblingen hat er selbst schon an Fassadenstücken gearbeitet. Architekturstile gehören zum Lehrplan an der Berufsschule.

Hornhaut als Freund des Handwerkers

Darüber hinaus gefällt Joshua Lägler Freiburg ebenfalls sehr gut – auch als regelmäßiger Tapetenwechsel. Gibt es denn Nachteile, wenn er aus dem Betriebsalltag für längere Zeit ausgefallen ist? „Ja, da hat sich dann die Hornhaut zurückgebildet und muss erst wieder wachsen.“ Die Hornhaut ist dein Freund, könnte man sagen. Denn während Joshua Lägler mit der rechten Hand den Fäustel – also den Hammer – in einem Handschuh hält, erklärt er, sollen Lehrlinge links den Meißel – das Eisen, wie es unter Steinmetzen heißt – mit der bloßen Hand halten.

So entwickeln die Auszubildenden ein besseres Gefühl für das Werkzeug. Blasen bilden sich, später dann Hornhaut – die körpereigene Polsterung. Bei Lägler ist sie also sehr willkommen. Bis die Schicht nachgewachsen ist, müsse er sich die erste Woche nach der Schule eben etwas durchbeißen, sagt der Steinmetz.

Das sollte ein Steinmetz können

Wer sich für eine Ausbildung als Steinmetz bewirbt, hat in der Regel einen Hauptschulabschluss oder die Mittlere Reife. Handwerkliches Geschick und körperliche Belastbarkeit sollte man unbedingt mitbringen. Sensibilität ist vor allem für Steinmetze wichtig, die mit Grabsteinen arbeiten. Schließlich haben sie in diesem Zusammenhang viel mit trauernden Menschen zu tun.

Wichtige Eigenschaften eines Steinmetzes sind ein technisches Verständnis, handwerkliche Begabung sowie ein räumliches Vorstellungsvermögen. Darüber hinaus sollten Steinmetze sorgfältig arbeiten und täglich kreative Ideen entwickeln. Weitere Aufgaben im Beruf des Steinmetzes können zum Beispiel das Entwerfen und Bauen von Treppen oder Skulpturen oder das Verlegen von Bodenplatten sein.

Gehalt: Das verdient ein Steinmetz

Das Künstlerische sei bei Bildhauern wichtig, da sie mit Statuen oder Reliefs arbeiten, sagt Azubi Joshua Lägler. Die Berufe sind nicht getrennt, während der Ausbildung spezialisiert man sich. „Im ersten Jahr arbeiten wir meistens von Hand, in den folgenden Jahren arbeiten wir mit Winkelschleifern oder Druckluftmeißeln“, sagt Lägler. In dieser Zeit entscheidet er, ob er beim Steinmetz bleibt oder die Ausbildung als Steinbildhauer abschließt.

Im ersten Lehrjahr erhalten Steinmetze eine Ausbildungsvergütung von etwa 900 Euro brutto im Monat, im zweiten und dritten Lehrjahr steigert sich diese Summe auf etwa 1.000 und 1.150 Euro monatlich. Direkt nach dem Ende der Ausbildung liegt das Gehalt eines Steinmetzes zwischen 1.800 und 2.100 Euro brutto im Monat. Wer später noch die Weiterbildung zum Meister draufsattelt, kann in diesem Handwerksberuf bis zu 3.600 Euro Monatsgehalt verdienen. Deutschlandweit arbeiten etwa 11.000 Steinmetze.

Übrigens: Beim Start in die Ausbildung gilt es einige zwischenmenschliche Aspekte zu beachten, damit man im neuen Betrieb gleich von Beginn an durchstarten kann.

Von Philip-Simon Klein

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