So schnell kann es gehen: Gestern saß man noch in der Schule – und jetzt beginnt mit der Ausbildung das Berufsleben. Oder, wie manche sagen: der Ernst des Lebens.
Dieser Wechsel ist natürlich mit deutlichen Änderungen und Einschnitten verbunden: Der Alltag ist ganz neu strukturiert, man lernt bislang unbekannte Kollegen und Geschäftspartner kennen – und natürlich gilt es, viele spannende Dinge zu erfahren und Aufgaben zu bewältigen.
Da ist es durchaus erlaubt, am Beginn der Ausbildung ein wenig aufgeregt zu sein und sich zu fragen, wie man reagiert, wenn es einem vielleicht doch nicht so gut beim vermeintlichen Traumbetrieb gefällt, wie man zuvor erwartet hat. Doch diese Tipps helfen dabei, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. Denn: Nicht immer muss aller Anfang tatsächlich schwer sein.
1. So bekommt man die Aufregung beim Ausbildungsbeginn in den Griff
Ein bisschen Lampenfieber kann ein gutes Zeichen sein, sagt Carolin Klaus, Coachin aus Augsburg. „Man ist ja zurecht ein wenig aufgeregt.“ Das im Betrieb, beim Vorgesetzten und den Kollegen, anzusprechen, sei besonders für junge und eher schüchterne Lehrlinge ein guter Weg, mit ihrer Unsicherheit umzugehen. Die Aufregung wird sich sicher rasch legen, wenn die Mitmenschen Verständnis für die Situation des Neulings zeigen.
2. Ehrliche Neugier kommt gut an
Je offener und neugieriger ein junger Mensch ist, desto leichter falle ihm der Einstieg in die Ausbildung, sagt Carolin Klaus. „Als Azubi bin ich in einer Position, in der ich noch nicht so viel weiß, aber das ist auch in Ordnung.“ Mit Interesse an die neue Tätigkeit heranzugehen, kann schon ein wichtiger Beitrag sein. Zum Beispiel, indem man Fragen stellt und deutliches Interesse an der Arbeit und den Abläufen zeigt. Aber gerade dabei ist es auch wichtig, nicht alles abzunicken, sondern für seinen Standpunkt einzutreten und auch mal „Nein“ zu sagen.
3. Zum Start der Ausbildung gleich Anschluss suchen
In großen Unternehmen beginnt die Ausbildung oft mit einem Teamevent. Da kann man die anderen Azubis und oft auch die Ausbilder schon mal ein wenig kennenlernen. „Oft sind es auch Gruppen von Azubis, die anfangen – ein enges Netzwerk bilden und sich gegenseitig unterstützen“, sagt Klaus. Allgemein gilt: Wer offen auf das neue Team zugeht, wird meist auch herzlich aufgenommen.
4. Neue Strukturen verinnerlichen und Infos strukturieren
Coachin Carolin Klaus empfiehlt, gerade in den ersten Wochen nach dem Start der Ausbildung stets Block und Stift zur Hand zu haben. Denn Azubis müssen sich mit einer Fülle an neuen Informationen auseinandersetzen und die Strukturen in der ihnen noch weitgehend unbekannten Firma kennenlernen. Da sei es völlig normal, sich nicht alles auf Anhieb merken zu können. Entscheidend sei dabei, Engagement zu signalisieren und die Informationen seinerseits ebenfalls zu strukturieren.
5. Nicht nur arbeiten, sondern auch entspannen
Klaus rät, den Feierabend bewusst zur Entspannung zu nutzen. Am besten überlegen sich die jungen Azubis, was einem als Ausgleich zum neuen Arbeitsalltag guttut – sei es Sport, Kontakt mit Freunden oder ein gutes Buch.
6. Offener Umgang mit Stress in der Ausbildung
Natürlich prägt aber gelegentlich auch das Gegenteil von Entspannung den Arbeitsalltag. Nimmt die Belastung in der Ausbildung überhand, empfiehlt Beraterin Carolin Klaus, das Gespräch mit anderen Auszubildenden oder Freunden zu suchen. Wer sich mit der neuen Situation zunehmend überfordert fühlt, könne das Problem auch direkt mit dem Ausbildungsleiter besprechen und um Feedback bitten.
7. So reagiert man auf Enttäuschungen in der Ausbildung
Auszubildende müssen sich darüber im Klaren sein, dass es durchaus auch Momente oder Phasen im Berufsalltag geben kann, die langweilig sind oder keinen Spaß machen. Dann ist es ratsam, zunächst in sich hineinzuhorchen: Macht die Arbeit an sich tatsächlich Freude? Womöglich handelt es sich ja nur um ein vorübergehendes Motivationstief.
8. Beim Small Talk richtig agieren
Wer leicht mit anderen ins Gespräch kommt, erweitert stetig sein berufliches Netzwerk. Und soziale Fertigkeiten sind mindestens genauso wichtig wie fachliche Kompetenz, um beruflich voranzukommen. Aber Achtung: Sobald es ins Tratschen oder gar Lästern geht, sollte man sich besser zurückhalten. Das kann schnell nach hinten losgehen. Denn einen Ruf als „Lästerschwester“ wird man nur schwierig wieder los.
Was die Förmlichkeiten im Rahmen der Ausbildung angeht, hat die Seite planet-beruf.de noch weitere Hinweise parat.


