Neue Technologien, veränderte Gesetze und stetige internationale Entwicklungen. Die Berufswelt ist permanent im Wandel. Dabei ist es wichtig, zwischen Hypes und tatsächlichen Trends zu unterscheiden. Während Erstere nur rasch aufkommen – und dann wieder verschwinden, prägen sich Trends langfristig in Abläufe ein. Sie sind dann nicht mehr wegzudenken, entwickeln sich freilich mit der Zeit ebenfalls weiter und haben weitere Veränderungen im Job-Leben zur Folge.
Ein wichtiger Treiber dieser Trends ist die Konjunktur: Sinkt die Nachfrage, ist weniger Geld im Umlauf. Dann investieren die Unternehmen nicht nur weniger, sondern auch Sparmaßnahmen dominieren. Und hier kommt die Technik ins Spiel: Wo Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz (KI) für höhere Effizienz sorgen, verändern sie Arbeitsprozesse massiv. Wer sich auf diese Trends einstellt und sie sogar für sich nutzt, anstatt sich zu verweigern, kann auf diese Weise seine eigene berufliche Position zukunftssicher machen.
1. Trends zugunsten der Arbeitgeber
Bei Firmenpleiten gab es 2024 den höchsten Stand in Deutschland seit rund zehn Jahren. Damit einhergehend ist die Arbeitslosigkeit mit sechs Prozent auf dem höchsten Stand seit 2016. In einigen Branchen – wie beispielsweise in der Automobil- und Chemieindustrie – gibt es keinen Fachkräftemangel mehr, da die Zahl der Beschäftigten sinkt. Das bedeutet: Arbeitgeber haben mehr Verhandlungsmacht als in der jüngeren Vergangenheit. Das wirkt sich gerade auf hochbezahlte Jobs aus: Unternehmen sparen bei Spitzenpositionen Personalkosten und verschlanken auf diesem Weg auch ihre Struktur.
2. Quereinstieg bietet neue Chancen
Unternehmen werden immer offener. In Branchen wie etwa in der Erziehung, der Pflege und der Bildung, in denen Arbeitskräfte fehlen, ist es durchaus auch als Quereinsteiger möglich, Fuß zu fassen. Gerade Soft-Skills wie Team- und Kommunikationsfähigkeit, Erfahrungen im Prozess-Management oder Führung von Mitarbeitern sind in diesem Zusammenhang oft entscheidender als Fachwissen oder konkrete Erfahrung in der entsprechenden Branche. Die wichtige Kompetenz für Arbeitgeber ist hierbei Transfer: Sie müssen in der Lage sein, ihre Kenntnisse und Erfahrungen aus der Vergangenheit in neuen Kontexten und Bereichen anzuwenden.
3. Flexibilität
Wie der vorherige Punkt gezeigt hat, zahlt sich Flexibilität aus. Sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer. Solange die Ersteren ihren Kandidaten zutrauen, die Aufgaben trotz möglicherweise noch fehlenden Fachwissens zu meistern und Arbeitnehmer an sich den Anspruch haben, auch themenfremde Branchen für die eigene Karriere in Betracht zu ziehen, kann hier für alle Beteiligten eine Win-win-Situation entstehen. Schließlich können Personaler auf diese Weise Angestellte für vermeintlich schwer zu besetzende Positionen finden.
Das Home Office hat sich in vielen Firmen längst etabliert. Die Flexibilität hinsichtlich des Arbeitsorts und der exakten Arbeitszeit wird immer mehr zur Norm. Den typischen Nine-to-Five-Arbeitstag gibt es immer seltener. Dank Programmen wie Zoom, Microsoft Teams und Slack bleiben dabei aber auch die direkten Kontakte zu den Kollegen jederzeit möglich, wenn auch nicht in der Face-to-Face-Variante. Die Flexibilität hat oft das Ziel, das Berufsleben mit Privatinteressen und dem Familienleben besser in Einklang zu bringen.
4. Finanzielle Trends: Mindestlohn und transparentes Gehalt
Mit dem Jahreswechsel stieg der gesetzliche Mindestlohn von 12,41 auf 12,82 Euro pro Stunde. Geringverdiener haben somit mehr Kaufkraft. Auf Bereiche wie zum Beispiel die Gastronomie kann der gestiegene Mindestlohn langfristig einen belebenden Effekt haben. Schließlich suchen die Betriebe dieser Branche vielerorts Beschäftigte. Höheres Gehalt kann ein Anreiz für Arbeitnehmer sein, eine entsprechende Stelle anzutreten.
Außerdem muss bis zum kommenden Jahr 2026 die Lohntransparenz-Richtlinie der Europäischen Union gesetzlich in Kraft treten. Das bedeutet, dass jeder Arbeitnehmer das Recht bekommen soll, das durchschnittliche Einkommen anderer Kollegen zu erfahren. Ziel ist, dadurch geschlechterspezifische Einkommensunterschiede zu verringern. Andere Länder agieren hinsichtlich des sogenannten Gender Pay Gaps schon deutlich fortschrittlicher als Deutschland.
5. Künstliche Intelligenz: Trend zur KI wirkt sich weiträumig aus
KI-Tools entwickeln sich stetig weiter. Sie erstellen beispielsweise mediale Inhalte oder helfen dabei, Verwaltungsprozesse effizienter zu gestalten. Das unterstützt vor allem die Automatisierung von Prozessen. Die KI-Systeme übernehmen dabei vor allem Routineaufgaben, sodass die Beschäftigten mehr Kapazitäten für anspruchsvolle, kreative und komplexe Tätigkeiten haben.
Selbst Erfahrung mit KI-Tools zu haben und diese auch bedienen zu können, wird für Beschäftigte dabei immer wichtiger. Das betrifft beispielsweise die Fähigkeit, der KI entsprechende Befehle – sogenannte Prompts – geben zu können. Gerade in Bürojobs wird diese Kompetenz zukünftig an Bedeutung gewinnen. Programmierfähigkeiten sind dabei nicht zwangsläufig gefordert. Aber man sollte für das Thema Künstliche Intelligenz offen sein und die Anwendungen in den Arbeitsalltag integrieren können.
An die Trends zur Verwendung von KI-Tools schließen sich weitere spannende Herausforderungen an: Zum Beispiel rund um die Themen Transparenz und Datenschutz.
Von Daniel Hagmann


