Altenpflegerin Rebecca Diefenbacher liebt an ihrem Beruf vor allem die Dankbarkeit, die die Gäste ihr entgegenbringen.
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Tätigkeit, Voraussetzungen, Gehalt: So läuft die Ausbildung zur Altenpflegerin

Die Arbeit in der Altenpflege ist für eine funktionierende Gesellschaft enorm wichtig. Wir stellen den Beruf näher vor. Vor allem die Vielfalt begeistert die Beschäftigten.

Altenpflegerin Rebecca Diefenbacher liebt an ihrem Beruf vor allem die Dankbarkeit, die die Gäste ihr entgegenbringen.

„Ich hatte schon immer gerne diesen Kontakt, gerade auch zu älteren Menschen.“ Rebecca Diefenbacher hat als Pflegerin im Franken-Hospiz in Weinsberg bei Heilbronn ihren Traumberuf gefunden. Schon seit der achten Klasse weiß sie genau, was sie später einmal werden möchte. Mit 16 Jahren folgt dann die Ausbildung zur Altenpflegerin bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Leingarten im Landkreis Heilbronn. „Ich habe viel Positives über das Pflegeheim gehört – gerade auch im Umgang mit den Schülern.“

Drei Jahre lang dauert die Azubi-Zeit. „In der Ausbildung zur Altenpflegerin durfte ich natürlich noch nicht ganz so viel machen.“ Dennoch betreut sie im Pflegeheim schon ihre eigene Gruppe. „Da wurde schon sehr darauf geachtet, dass die Pflege-Arbeiten nicht die schwersten sind und meinem Ausbildungsstatus angepasst werden.“ Selbstständiges Arbeiten sei jedoch von Anfang an wichtig gewesen – besonders in Zeiten des Pflegenotstands. „Meine Mentorin hat sich da aber immer viel Zeit genommen. Wenn ich dann mal neue Tätigkeiten lernen wollte, war immer jemand dabei“, berichtet Diefenbacher.

Altenpflege: Viele Möglichkeiten in der Praxis

Zweimal pro Woche steht in der Ausbildung zur Altenpflegerin außerdem Theorieunterricht in der Berufsschule auf dem Plan. Diefenbacher: „Ich fand das ganz schön, weil ich in der Schule etwas gelernt habe und das im Anschluss gleich im Praktischen umsetzen konnte.“

Darüber hinaus erhält Diefenbacher in ihren Lehrjahren weitere spannende Einblicke in die Pflege-Praxis: „Ich hatte drei Außeneinsätze. Ich war einmal auf der Geronto-Psychiatrie. Da hätte ich auch in die normale Psychiatrie gehen dürfen, aber ich wollte lieber bei den älteren Leuten bleiben. Dann hatte ich einen ambulanten Pflegeeinsatz, damit ich da die Pflege kennenlerne und auch den Krankenhaus-Einsatz. Den habe ich dann hier absolviert.“ Hier, das ist die Einrichtung, in der Diefenbacher nun ihre erste Festanstellung gefunden hat. Seit etwa einem Jahr arbeitet sie schon mit im Franken-Hospiz Weinsberg – und das mit voller Leidenschaft.

Zur täglichen Arbeit einer Altenpflegerin gehört neben der Körperpflege der Menschen unter anderem auch, mit ihnen über persönliche und soziale Angelegenheiten zu sprechen. Dazu begleiten sie die Senioren bei Behördengängen oder Arztbesuchen. Und auch die korrekte Einnahme von Medikamenten seitens der älteren Menschen sollten Pfleger stets im Blick haben. Darüber hinaus ist aber auch Eventmanagement Teil des Berufs. Schließlich gilt es zudem, die Freizeit der betreuten Senioren unterhaltsam zu gestalten.

Jeder Menge Abwechslung im Altenpflege-Alltag

Rebecca Diefenbacher gefalle an der Arbeit als Altenpflegerin besonders, dass kein Tag dem anderen gleiche. „Es existieren schon Strukturen und ein gewisser Tagesablauf. Aber trotzdem gibt es jeden Tag eine Überraschung.“ Um sieben Uhr ist Dienstbeginn. Dann gilt es, die Gäste für den Tag herzurichten und das Frühstück zu servieren. Manche der Menschen wollen zuerst frühstücken, andere lieber ausschlafen. „Da geht man einfach auf die Wünsche der Gäste ein.“ Gerade dieser besondere Umgang fasziniert die junge Pflegekraft sehr. Toll am Beruf in der Altenpflege sei „vor allem diese Dankbarkeit, die man zurückbekommt“.

Auch, wenn sie ihren Beruf als Altenpflegerin liebt, würde sich Rebecca Diefenbacher für die Branche wünschen, „dass da bei Gehalt und Arbeitszeiten noch ein paar Verbesserungen kommen“. Die Weiterbildungsmöglichkeiten wie ein anschließendes Studium oder die Fortbildung zur Pflegedienstleitung sind für Diefenbacher aber Pluspunkte. Möglichkeiten hierfür gibt es beispielsweise in den Bereichen Wundmanagement, Pflegeberatung, Sterbebegleitung, Pflege von Menschen im Wachkoma sowie OP-Management. Aber auch Studiengänge im Pflegebereich sind möglich. Hier gibt es zum Beispiel die Fachrichtungen Pflegemanagement und Pflegewissenschaften.

Diefenbacher: „Das Gute ist: Wenn man diesen Beruf erlernt hat, hat man eigentlich immer eine Arbeit. Arbeitslos wird man nie.“ Schließlich werden Menschen im Durchschnitt immer älter. Und dadurch wird auch der Bedarf an Pflegekräften größer.

Gehalt: Das verdient man als Altenpflegerin

Als Voraussetzung für die Ausbildung zur Altenpflegerin ist in der Regel ein Realschulabschluss notwendig. Der Unterricht findet, je nach Ausbildungsstätte, wöchentlich oder im Blockbetrieb statt. Abschlussprüfungen gibt es in den Fächern Krankheitslehre, Gerontologie und zu den Pflege- und Krankheitsbildern. Nach der erfolgreichen Ausbildung finden Altenpfleger neben Seniorenheimen zum Beispiel auch Beschäftigungsmöglichkeiten in Anlagen des Betreuten Wohnens, in Sozialstationen, in Krankenhäusern oder auch in privaten Haushalten zur Pflege älterer Familienangehöriger.

Im ersten Lehrjahr liegt das Gehalt in der Altenpflege bei etwa 1.200 Euro brutto im Monat und steigert sich in den folgenden beiden Lehrjahren in der Regel um jeweils 100 Euro. Beim Einstiegsgehalt nach der Ausbildung kann man in der Altenpflege mit 2.000 bis 2.400 Euro brutto rechnen.

Voraussetzungen: Diese Talente sollte eine gute Altenpflegerin mitbringen

Um eine gute Altenpflegerin zu werden, bedarf es laut Diefenbacher vor allem einer Menge Empathie. Wer in diesem Berufsfeld tätig sein möchte, sollte Freude daran haben, Menschen zu fördern und zu begleiten. Wer dabei motivierend auf Menschen einwirkt, hat schon einiges gewonnen. Diefenbacher: „Aber das Wichtigste ist, glaube ich, Geduld und Zuverlässigkeit. Den Beruf muss man gerne machen. Da muss man mit Herzblut dabei sein.“

Von Michaela Ebert