Die Bildungslaufbahn ist in Deutschland noch immer eng mit dem Elternhaus verknüpft: Von 100 Kindern aus nicht-akademischen Familien nehmen nur 25 ein Studium auf. Von 100 Akademikerkindern studieren dagegen 78, so das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung.
„Finanzielle Hürden sind nach wie vor der häufigste Grund, weshalb junge Menschen aus nicht-akademischen Familien kein Studium aufnehmen. Gestiegene Lebenshaltungskosten machen studentisches Wohnen und Studienfinanzierung zum immer drängenderen Thema. Das zeigt sich auch am wachsenden Aufkommen von Unterstützungsanfragen“, sagt Katja Urbatsch, Gründerin und Geschäftsführerin von ArbeiterKind.de.
Spendenfinanzierte Organisation unterstützt Bildungsaufsteiger seit 2008
Die gemeinnützige, spendenfinanzierte Organisation unterstützt seit 2008 Bildungsaufsteiger aus nicht-akademischen Familien auf ihrem Weg an die Hochschule sowie zum erfolgreichen Studienabschluss und Berufseinstieg. Bundesweit zählt die Organisation tausende Ehrenamtliche in über 80 lokalen Gruppen. Die Engagierten sind selbst meist Studierende der ersten Generation und erreichen die Ratsuchenden so auf Augenhöhe.

An Schulen und Hochschulen, bei Informationsveranstaltungen, offenen Treffen und in persönlichen Gesprächen erzählen sie ihre eigene Bildungsgeschichte, teilen Erfahrungen und ermutigen andere durch persönliche Beispiele.
Semesterbeitrag für viele Studierende eine Zugangshürde
Auf bildungs- und hochschulpolitischer Ebene wird ArbeiterKind.de häufig nach Erfahrungswissen
aus der Arbeit mit Studierenden aus nicht-akademischen Familien gefragt. Ein aktueller Erfolg: Das Berliner Abgeordnetenhaus hat Anfang 2025 eine Änderung des Hochschulgesetzes beschlossen, die künftig die Zahlung des Semesterbeitrags in Raten ermöglichen soll.
Bereits im September 2024 hatte Katja Urbatsch im Ausschuss für Wissenschaft und Forschung darauf hingewiesen, dass der Semesterbeitrag für viele Studierende – insbesondere aus nicht-akademischen und weniger vermögenden Familien – eine echte Zugangshürde darstelle. Die Organisation hofft, dass auch die anderen Bundesländer diese und ähnliche Maßnahmen zur finanziellen Entlastung Studierender zügig umsetzen.
Bürokratie des BAföG-Antrags schreckt viele Studierende ab
Aufgrund der angespannten Lage bei den Lebenshaltungskosten von Studierenden bleibt auch das BAföG ein zentrales Problem: Die Wohnkostenpauschale steigt zum Wintersemester 2026/2027 zwar auf 440 Euro – reicht damit jedoch in vielen Hochschulstädten bei weitem nicht aus. Im Sommersemester 2026 kostet ein WG-Zimmer im Bundesdurchschnitt bereits 512 Euro pro Monat.
Hinzu kommt eine weitere strukturelle Hürde: Die Bürokratie des BAföG-Antrags schreckt viele Studierende ab – mit dem Ergebnis, dass viele Berechtigte den Zuschuss gar nicht erst beantragen. ArbeiterKind.de fordert deshalb eine schnelle Umsetzung des Koalitionsvertrags und eine große Reform des BAföG noch in dieser Legislaturperiode.
Übrigens: In unseren Blogartikeln auf mein-sprungbrett.de findet ihr alles rund ums Thema Ausbildung und Studium. Welche Voraussetzungen ihr für Ausbildung und Studium braucht, erfahrt ihr hier.


