Passt eine Ausbildung zu mir? Oder doch eher ein Studium? Welche Voraussetzungen brauche ich jeweils? Und welche unterschiedlichen Studienarten gibt es überhaupt? Fragen wie diese stellen sich viele Schülerinnen und Schüler, die auf das Ende ihrer Schulzeit zusteuern.
Grundsätzlich gilt: Zwar variieren die Anforderungen je nach Unternehmen und Studiengang, jedoch lassen sich einige allgemeine Voraussetzungen, die es für Ausbildung und Studium benötigt, festhalten.
Voraussetzungen für die Ausbildung
Für eine klassische Ausbildung gibt es in Deutschland keine einheitlich vorgeschriebenen Schulabschlüsse. Rein rechtlich kann man sich also auch ohne Abschluss bewerben. In der Praxis sieht es jedoch oft anders aus: Viele Betriebe erwarten mindestens einen Hauptschulabschluss oder die Mittlere Reife. Für kaufmännische oder technisch anspruchsvollere Berufe wird häufig sogar die Fachhochschulreife oder das Abitur bevorzugt.
Neben dem Schulabschluss spielen vor allem persönliche Faktoren eine große Rolle. Unternehmen achten zunehmend auf Motivation, Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit und Interesse am Beruf. Praktika oder Nebenjobs können dabei helfen, Pluspunkte zu sammeln und den eigenen Berufswunsch zu untermauern.
Voraussetzungen für ein Universitäts-, Hochschul- oder duales Studium
Für ein Studium an einer Universität wird die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) benötigt. Für ein Studium an einer Hochschule (Fachhochschule) reicht meist die Fachhochschulreife (Fachabi). Je nach Studiengang können sich die Zugangsvoraussetzungen – beispielsweise ein erforderlicher Notendurchschnitt – unterscheiden.
Ein duales Studium verbindet ein Hochschulstudium mit praktischer Arbeit im Unternehmen. Dreimonatige Praxisphasen im Betrieb wechseln sich in der Regel mit dreimonatigen Theoriephasen an der Hochschule ab. Die Besonderheit in Baden-Württemberg: Hier gibt es die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW), die auf das duale Modell spezialisiert ist.
Der Großteil der Bundesländer in Deutschland hat hingegen keine eigene Duale Hochschule. Zwar gibt es in allen Bundesländern die Möglichkeit, ein duales Studium zu absolvieren. Jedoch läuft der Theorieteil in der Regel über normale Fachhochschulen oder Universitäten. Die bundesweit einzigen zwei „echten“ Dualen Hochschulen befinden sich in Baden-Württemberg (DHBW) und Thüringen (Duale Hochschule Gera-Eisenach).
Duales Studium: Auswahlverfahren wie Tests oder Assessment-Center
Zusätzlich ist es beim dualen Studium erforderlich, sich auch bei einem Unternehmen zu bewerben, das einen während des Studiums begleitet. Neben den schulischen Voraussetzungen zählen hier auch Auswahlverfahren wie Vorstellungsgespräche, Tests oder Assessment-Center.
Auch ohne Abitur kann ein Studium in Sonderfällen möglich sein, etwa mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung und entsprechender Berufserfahrung. Dies ist jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Oft ist hier eine fachliche Eignungsprüfung erforderlich. Diese Regelungen eröffnen zusätzliche Chancen für alle, die nicht den klassischen schulischen Weg gegangen sind.
Viele Wege führen ins Berufsleben
Ob Ausbildung oder duales Studium – es gibt viele Wege ins Berufsleben. Im wirtschaftsstarken Baden-Württemberg haben Schülerinnen und Schüler vielfältige Möglichkeiten, insbesondere im Bereich des dualen Studiums. Wer sich früh informiert und seine eigenen Stärken kennt, hat beste Chancen, den passenden Weg für sich zu finden. Übrigens: In unserem Blog findet ihr viele spannende Erfahrungsberichte von Azubis, Dualen Studenten oder FsJlern – einfach durchstöbern und inspirieren lassen!
Von Sina Alonso Garcia


