Menschen mit Koffern und Taschen betreten den Eingang des Mawell Wellnesshotels in Langenburg. Sie sind gut gelaunt, schließlich haben sie Urlaub oder genießen eine Auszeit vom Alltag. An der Rezeption treffen sie als Erstes auf Jule Schenderlein.
Die 18-Jährige macht im Mawell ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau und kümmert sich um die Anliegen der Gäste. Ab und zu kommt sie bei ihrer Arbeit auch mal in einen kleinen Plausch mit ihnen. Genau das mache ihr besonders viel Spaß.
Ein Bürojob war nichts für sie
„Es ist ein schönes Privileg, dort zu arbeiten, wo andere Urlaub machen“, sagt sie. Und das, obwohl die Hotellerie zunächst gar nicht auf ihrem Plan stand. Schenderlein kommt gebürtig aus Insingen in Bayern. Nach der Realschule begann sie eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten. Eineinhalb Jahre blieb sie dabei, merkte jedoch schnell, dass ein Bürojob nichts für sie ist.
„Ich brauche ein bisschen mehr Unterhaltung. Ich kann nicht neun Stunden dasitzen und vor mich hinarbeiten“, sagt die 18-Jährige. Auf das Mawell Resort in Langenburg wurde sie über Freunde ihrer Eltern aufmerksam. Sie seien Stammgäste und kommen jährlich mehrmals hierher.
Kontakt zu Menschen gefällt ihr besonders gut
Mittlerweile ist sie im zweiten Ausbildungsjahr, machte zuvor noch ein zweitägiges Praktikum vor Ort. Die Ausbildung zur Hotelfachfrau bringe sehr viel Abwechslung mit, wie Schenderlein erzählt. Vom Service über die Küche, das Housekeeping, Front Office, Marketing oder Wellness – alle paar Wochen oder Monate wechsele sie die Abteilung und durchlaufe damit fast alle Bereiche im Betrieb.
Seit August ist sie der Rezeption zugeteilt. Hier bearbeite sie unter anderem Buchungen, checke die Gäste ein und aus, telefoniere und beantworte E-Mails. Besonders gefällt ihr dabei der direkte Kontakt zu den Menschen und auch die Stimmung sei immer gut, schließlich kämen die Leute zum Entspannen her.
Abteilungsübergreifend im Einsatz
„Du kannst hier mit den Menschen offen reden“, sagt die 18-Jährige. Auch andere Abteilungen habe sie bereits kennengelernt. In der Küche bereitete sie beispielsweise Gemüse für Omeletts vor und richtete Käseplatten her. Im Service räumte sie Tische ab und deckte sie neu ein. Im Housekeeping richtete sie Zimmer und packte Wellnesstaschen.
Die unterschiedlichen Arbeitszeiten, die die Ausbildung mit sich bringt, machen ihr nichts aus. „Ich stehe gerne früh auf“, sagt Schenderlein. Und das auch am Wochenende. Damit müsse man umgehen können, sagt die Auszubildende. Auch Flexibilität und Kommunikationsstärke seien wichtig.
Zwischenprüfung aus Theorie und Praxis
Neben der Praxis gibt es Berufsschulunterricht in Blöcken von rund sechs Wochen am Stück. Dort hat Schenderlein bislang unter anderem gelernt, wie Tischdekoration wirkt, welche Schnittarten es gibt oder Wissenswertes über Wein erfahren. Im ersten Jahr sei sie noch mit den Auszubildenden aus der Gastronomie zusammen. Im zweiten Ausbildungsjahr teile sich das dann aber in Gastronomie und Hotellerie auf.
Nach eineinhalb Jahren steht die Zwischenprüfung aus Theorie und Praxis an. Am Ende der Ausbildung folgt die Abschlussprüfung. In welchem Bereich Schenderlein später einmal arbeiten möchte, wisse sie noch nicht, jedoch mache ihr die Arbeit an der Rezeption bislang am meisten Spaß.
Von Sara Loesenbeck


