Wer Geduld, Empathie und ein Gespür für Menschen mitbringt, ist im Beruf des Tanzlehrers gut aufgehoben. Davon sind auch die beiden Auszubildenden bei der Tanzschule Brenner in Heilbronn, Debby Salooja und Jill Schallenberg, überzeugt. Die 21-jährige Debby befindet sich bereits im dritten Ausbildungsjahr, die 24-jährige Jill absolviert aktuell ihr zweites Lehrjahr.
Schon während der Ausbildung wird deutlich: Der Schwerpunkt liegt klar auf der Praxis. Zwar lernen die angehenden Tanzlehrer in Theorieeinheiten verschiedene Tänze, Techniken und Bewegungsabläufe kennen, doch das Gelernte wird direkt in den Kursen der Tanzschule angewendet. Theorie und Praxis greifen dabei eng ineinander. „Selbst in der Theorie sitzen wir eigentlich nie wirklich still“, sagt Jill Schallenberg.
Lernbereitschaft, Offenheit und Freude an Bewegung
Die ein bis zwei Theorietage pro Woche dienen vor allem dazu, neue Paartänze, Technikübungen und sogenannte Body Movements zu erlernen. Zur Ausbildung gehören außerdem verschiedene Pflichtseminare. Dabei steht nicht nur Tanztechnik auf dem Lehrplan. Auch Themen wie Pädagogik, Psychologie und Kommunikation spielen eine wichtige Rolle. Schließlich lernen Tanzlehrer nicht nur Schritte zu vermitteln, sondern auch mit unterschiedlichen Menschen umzugehen.
„Theoretisch kann jeder die Ausbildung machen. Man sollte aber auf jeden Fall eine gewisse Motorik mitbringen“, sagt Debby Salooja. Ihre Kollegin ergänzt mit einem Schmunzeln: „Man sollte kein Fußgänger sein, der zwar das Laufen gelernt hat, aber nicht das Tanzen.“ Dennoch müsse niemand bereits ein Profi sein, betonen die Auszubildenden. Viel wichtiger seien Lernbereitschaft, Offenheit und die Freude an Bewegung.
Arbeiten, wenn andere frei haben
Die Arbeit beginnt meist erst gegen Mittag und dauert häufig bis in die Abendstunden. „Die Hauptarbeitszeit liegt zwischen Freitag und Sonntag, also genau dann, wenn andere frei haben“, erklärt Jill Schallenberg. Neben dem Unterricht gehört auch das eigene Training zum Berufsalltag. Regelmäßige Übungseinheiten seien unverzichtbar, um die eigene Technik weiterzuentwickeln und neue Inhalte zu erarbeiten.
Die Karrieremöglichkeiten nach der Ausbildung sind vielfältig. Viele Absolventen bleiben zunächst als Tanzlehrer an ihrer Ausbildungsstätte tätig. Darüber hinaus eröffnen sich zahlreiche weitere Perspektiven.
Nach der Ausbildung sind viele Berufswege möglich
So können Tanzlehrer beispielsweise als Entertainer auf Kreuzfahrtschiffen arbeiten oder sich durch Fort- und Weiterbildungen spezialisieren. Auch ein anschließendes Studium ist möglich. Wer sich betriebswirtschaftlich weiterbildet, kann später Führungsaufgaben übernehmen oder sogar eine eigene Tanzschule leiten. Andere entscheiden sich für den Weg in die Lehre, werden Dozenten oder arbeiten als Choreografen.
Besonders wichtig im Berufsalltag sind Offenheit, Selbstbewusstsein und ein gutes Gespür für Menschen. Jede Gruppe bringt unterschiedliche Bedürfnisse und Erwartungen mit. Auf diese individuell einzugehen, gehört zu den größten Herausforderungen des Berufs. Gleichzeitig sind es genau diese Begegnungen, die den Beruf für so viele so besonders machen. „Man bekommt sehr viel zurück“, sagt Jill Schallenberg. Auch Debby Salooja schwärmt von ihrer Arbeit: „Es erfüllt mich mit Glück.“
Jede Woche erlebe sie neue schöne Momente. Besonders am Herzen liegt ihr der Schülertanzkurs. Dort begleitet sie junge Menschen bei ihren ersten Schritten auf dem Parkett und erlebt, wie sie über den Tanz neues Selbstvertrauen gewinnen.
Von Julie Dent


