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Kauffrau für Büromanagement, Kfz-Mechatroniker, Köchin oder medizinischer Fachangestellter. Bei der Berufswahl gibt es Klassiker, die jeder kennt, die viel gefragt sind und unter denen sich die meisten Menschen auch konkrete Tätigkeiten und mögliche Arbeitgeber vorstellen können.
Allerdings steckt für manche Berufseinsteiger gerade im Ungewöhnlichen das Reizvolle. Es gibt Berufe, von denen die meisten Leute noch nie gehört haben, die entweder wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten wirken oder die einem Science-Fiction-Roman entsprungen zu sein scheinen. Wie würde wohl die Oma schauen, wenn das Enkelkind erklärt: „Ich möchte später einmal Prompt Engineer werden. Und wenn das nicht klappt, werde ich Innovationsmanager“?
Kaum bekannte Jobs haben auch wenige Bewerber
Wir stellen im Folgenden zehn Berufe vor, die auf den ersten Blick befremdlich wirken, die aber durchaus Freude bringen können und aufgrund des permanenten Wandels auf dem Arbeitsmarkt auch eine verheißungsvolle Zukunft bedeuten. Darüber hinaus bieten ungewöhnliche Berufe auch gute Einstellungschancen. Denn: Auf Stellen in Jobs, die bislang kaum jemand kennt, gibt es entsprechend auch wenige Bewerber.
Wer sich zudem für Ausbildungsberufe interessiert, die in den kommenden Jahren besonders gefragt sein werden, findet hier eine Liste.
Unbekannt und trotzdem reizvoll: Diese Berufe laufen unter dem Radar
In Deutschland gibt es etwa 330 anerkannte Ausbildungsberufe. Darunter sind auch seltene Berufe, deren Beschäftigte man im Alltag nicht oft antrifft. Manche Arbeitsfelder und Jobs sind derzeit auch erst im Entstehen und deshalb bei vielen Menschen noch nicht wirklich im Bewusstsein angekommen. Für sie gibt es auch nicht immer einen festgelegten Ausbildungsweg, sodass auch Quereinsteiger durchaus Beschäftigungschancen haben. Mehrfach haben diese Berufe auch mit dem Thema Künstliche Intelligenz (KI) oder generell mit der fortschreitenden Digitalisierung zu tun.
- 1. Prompt Engineer: In vielen unterschiedlichen Bereichen ist die KI auf dem Vormarsch. Da ist es entscheidend, diese kompetent zu bedienen. Das ist die Aufgabe eines Prompt Engineers. Dieser soll die Anweisungen an die KI so formulieren, dass die erzielten Ergebnisse möglichst optimal sind. Denn schon minimal veränderte Befehle an die KI können zu einem komplett anderen Resultat führen.
- 2. Food-Stylist: Klare Sache: Das Auge isst mit. Food-Stylisten richten Lebensmittel und Gerichte so an, dass sie auf Fotos und Videosequenzen schön und lecker aussehen. Dabei kommen auch zusätzliche Hilfsmittel wie Lacke und Farben zum Einsatz.
- 3. BIM-Manager: BIM ist die Abkürzung für Building Information Modeling. Wer in diesem Beruf arbeitet, wandelt physische Gebäude in digitale 3D-Modelle um.
- 4. IT-Architekt: Als IT-Architekt erstellt man komplexe und funktionierende Infrastrukturen in der Informations- und Datenverarbeitung. IT-Architekten kommen meist als externe Berater in Unternehmen, um dort das Computernetzwerk einzurichten oder zu optimieren.
- 5. Shout-Coach: Gesangslehrer kennt man. Bei Shout-Coaches handelt es sich um eine Sonderform dieses Berufszweigs. In der Heavy-Metal-Musik sind die Gesangsstile manchmal sehr extrem und werden als Growlen oder Screaming bezeichnet. Shout-Coaches schulen Künstler etwa in der Darbietung gutturaler Gesänge und entsprechenden Atemtechniken, damit diese auf der Bühne, trotz aller Stimmgewalt, nicht allzu schnell aus der Puste geraten.
- 6. Compliance Officer: Ein Compliance Officer sorgt dafür, dass die Regeln und Gesetze in Unternehmen auch eingehalten werden. Wer in diesem Bereich arbeitet, kontrolliert beispielsweise das Betriebsmanagement und deckt Verstöße sowie Verfehlungen auf.
- 7. Chief Happiness Officer: Der in Kurzform sogenannte CHO steigert die Zufriedenheit und Motivation von Mitarbeitern in einer Firma. Beispielsweise, indem er Teambuilding-Maßnahmen organisiert oder sich bei Problemen mit den Betroffenen auseinandersetzt und diese unterstützt. Der Nutzen dabei für die Geschäftsführer: Glückliche Beschäftigte sind meist produktiver als unglückliche. Und ein guter Ruf der Firma hilft dabei, auch zukünftig genügend Fachkräfte im Unternehmen zu haben.
- 8. Kliodynamiker: Diese Berufsbezeichnung leitet sich von Klio, der Muse der Geschichtsschreibung, ab. Kliodynamiker analysieren historische Dynamiken, erschaffen daraus mathematische Modelle und übertragen diese in die Zukunft, um die Wahrscheinlichkeit kommender Entwicklungen vorherzusagen. Die Wochenzeitung „Die Zeit“ hat Kliodynamiker als „Wahrsager, nur in seriös“ bezeichnet.
- 9. Bildungscontroller: In diesem Beruf sorgt man dafür, dass die anderen Mitarbeiter im Unternehmen über die notwendigen Kompetenzen verfügen, regelmäßig Fortbildungen besuchen und für zukünftige Entwicklungen gerüstet sind.
- 10. Innovationsmanager: Stagnation ist Rückschritt. Innovationsmanager entwickeln zusammen mit den Angestellten einer Firma zukunftsweisende Geschäftsmodelle, neue Produkte oder Marktstrategien.
Da der Arbeitsmarkt permanent im Wandel ist, entstehen auch ständig neue Berufe – oder bestehende Jobs entwickeln sich weiter. Andererseits verschwinden auch Berufe, weil es für sie keinen Bedarf mehr gibt. Wagner, die früher Wagenräder hergestellt haben, Köhler, deren Aufgabe es war, im Wald aus gefällten Bäumen Holzkohle zu produzieren, und Türmer, die etwa die Stadt überwacht haben, um die Bevölkerung vor ausgebrochenen Bränden zu warnen, kennt man heute meist nur noch als Familiennamen und nicht mehr als Beschäftigung für den Broterwerb.
Von Daniel Hagmann


