Abkleben ist eine notwendige, aber wenig beliebte Tätigkeit im Malerberuf.
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Gehalt, Arbeit und Möglichkeiten: Alles zur Maler-Ausbildung

Maler können kreativ sein und die Energiewende vorantreiben. Die Ausbildung ist breit aufgestellt und schafft ein gutes Fundament für die Zukunft.

Abkleben ist eine notwendige, aber wenig beliebte Tätigkeit im Malerberuf.

„Ich will wirklich etwas machen“, sagt Yasir Al-Khafaji. Seit knapp einem Monat arbeitet er als Praktikant bei Malermeister Fischer in Oedheim bei Heilbronn als angehender Maler mit. Der 19-jährige gebürtige Iraker ist seit einem Jahr in Deutschland. Seither besuchte er für das Vorqualifizierungsjahr die Wilhelm-Maybach-Schule in Heilbronn.

Auch in der Altenpflege hat sich Al-Khafaji bereits ausprobiert. Eine Ausbildung war aber vonseiten des Betriebs nicht möglich. Die Enttäuschung darüber ist aber mittlerweile verflogen: „Der Malerberuf ist der beste“, sagt Al-Khafaji. Seit September lässt er sich bei der Firma Fischer zum Maler ausbilden.

Als Maler gehört auch das ungeliebte Abkleben zum Alltag

Zu Malermeister Fischer im nördlichen Landkreis Heilbronn kam der 19-Jährige durch eine Lehrerin. Mit ihr hatte Geschäftsinhaber Marcin Fischer für ein Schulprojekt Kontakt. Gemeinsam mit einer Klasse von Zugewanderten hat Fischer einen Flur renoviert. Eingeteilt wurde er in Abschnitte. Für jeden dieser Abschnitte war ein Schüler verantwortlich: einteilen, einzeichnen, abkleben, Farbe anmischen – alles in der Hand der Jugendlichen. „Sie haben die Flächen in den Farben ihres Landes selbst gestaltet“, erzählt Fischer über das Projekt. Seine erst Ende 2022 gegründete Firma schaffte es im Rahmen des Gründerpreises Baden-Württemberg in diesem Jahr auf Platz vier. Das Schulprojekt sei eine sinnvolle Investition gewesen: „Mit dem Preisgeld habe ich die Materialien gestellt.“ Eine Neuauflage kann sich Fischer vorstellen.

„In diesen drei Wochen habe ich viel gemacht“, erzählt Al-Khafaji. Material abholen und abkleben gehört genauso zum Beruf des Malers wie die Arbeit mit Farbe oder Putz. „Die Vorbereitung einer Baustelle ist das Wichtigste“, erklärt der Chef. Dennoch sei das Abkleben unbeliebt, da es viel Geduld erfordert.

Ausbildung zum Maler: Viel Berufsschulunterricht im ersten Lehrjahr

In seiner Ausbildung zum Maler erfährt Azubi Yasir Al-Khafaji viele Details über Untergründe und Farben. Außerdem stehen das Tapezieren und die Wärmedämmungen auf dem Stundenplan. Das erste Lehrjahr verbringe ein Auszubildender hauptsächlich in der Schule, berichtet Malermeister Marcin Fischer. „Das wird sicher nicht einfach für ihn.“ Am Betrieb soll die Ausbildung jedoch nicht scheitern.

Der Maler-Azubi weiß um die Schwierigkeiten. „Mein Problem ist das Schreiben. Arabisch ist sehr anders. Meine Schrift kann niemand lesen“, erzählt Al-Khafaji und fügt lachend hinzu: „Das war aber auch im Irak schon so.“

Thema Nachhaltigkeit immer wichtiger

Eine Ausbildung ohne Schulabschluss und mit begrenzten Sprachkenntnissen – dafür ist der Maler-Azubi sehr dankbar. Derzeit lerne Al-Khafaji viel Deutsch durch Kollegen und Kunden. Und er hat Pläne – bald will er auch den Führerschein machen, denn: „Der ist wichtig in diesem Beruf“.

Neben dem Streichen und Tapezieren kümmern sich Maler auch um Wärmedämmung. Ohne diese können in Kellern bis zu 20 Prozent und auf Dachböden sogar bis zu 50 Prozent der Heizenergie verloren gehen. Und auch bei den Farben hat sich viel getan. „Der Trend geht bei unseren Lieferanten zu nachhaltigen Produkten“, sagt Marcin Fischer aus Oedheim bei Heilbronn. Zu diesen greife man in seiner Firma auch. Anfallende Müllberge lassen sich bei Malerarbeiten nur schwer kleinhalten. „Jeder will eine saubere Fläche haben“, berichtet Fischer. Klebeband könne schlecht mehrmals genutzt werden. Malervlies verwenden er und seine Mitarbeit aber – so oft es geht – erneut.

Bis zu 4.000 Euro Gehalt als Malermeister

Darüber hinaus bedienen Maler Maschinen, die für ihre tägliche Arbeit notwendig sind, be- und verarbeiten Hilfs- und Werkstoffe, untersuchen Material-Untergründe, sorgen an der Arbeitsstelle für die notwendige Sicherheit und entwerfen Konzepte für Raum- und Fassadengestaltungen. Als Maler sollte man schwindelfrei und körperlich fit sein. Zudem sollte man einen Sinn für Gestaltung und Design haben sowie gut zeichnen können und sich in Mathematik und Chemie auskennen. Sorgfalt sowie präzise Arbeitsweise sollten einem nicht fremd sein. Zudem sollte man über ein ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen verfügen.

Die Ausbildung zum Maler dauert in der Regel drei Jahre. Die Zugangsvoraussetzungen variieren zwar von Betrieb zu Betrieb. Oft ist ein Ausbildungsstart aber bereits mit einem Hauptschulabschluss oder zumindest mit einer Mittleren Reife möglich. Das Gehalt für Auszubildende im Malerhandwerk liegt im ersten Lehrjahr bei etwa 750 Euro brutto im Monat, im zweiten Lehrjahr bei etwa 830 Euro Brutto-Monatsgehalt – und im dritten Lehrjahr kann der Azubi mit knapp 1.000 Euro monatlichem Bruttoverdienst rechnen. Als fertig ausgebildeter Maler kann man ein Bruttomonatsgehalt von 2.300 bis 3.500 Euro erwarten. Tarifvertraglich bezahlte Maler erhalten ein Einstiegsgehalt von 2.850 und 2.940 Euro brutto im Monat. Mit der steigenden Berufserfahrung wächst auch das Gehalt. Als Malermeister sind sogar bis zu 4.000 Euro monatlich denkbar.

Maler bringen die Energiewende voran

Nach der erfolgreich abgelegten Abschlussprüfung ist es möglich, sich durch fachliche oder betriebswirtschaftliche Fortbildungen zu spezialisieren. Wer gerne besonders kreativ arbeiten möchte, kann als Gestalter im Handwerk arbeiten. Als Meister darf man selbst einen Betrieb führen und ist entsprechend qualifiziert, um Lehrlinge auszubilden. Mit einem Meisterbrief in der Tasche, kann man außerdem ein Studium beginnen – auch ohne Abitur.

Wer die Energiewende voranbringen möchte, kann beispielsweise als Gebäudeenergieberater Hauseigentümern wertvolle Hinweise geben, wie sie ihre Immobilie nachhaltig und klimafreundlich umbauen lassen können. Gerade in diesem Fachbereich herrscht derzeit und auch in Zukunft eine große Nachfrage. Beispielsweise ist auch das Thema Wärmepumpe in diesem Zusammenhang am Markt auch immer präsenter.

Von Laura Bernert