Baumaschinenmechatroniker-Azubi Justin Bareiß neben einem Baustellenfahrzeug in einer Halle.
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Ausbildung, Gehalt, Tätigkeit: Das macht ein Baumaschinenmechatroniker

Baumaschinenmechatroniker beschäftigen sich unter anderem mit Großfahrzeugen auf der Baustelle. Vor allem in einem Punkt ist dieser Beruf nicht mit verbreiteten Trends in der Wirtschaft vergleichbar.

Baumaschinenmechatroniker-Azubi Justin Bareiß neben einem Baustellenfahrzeug in einer Halle.

Radlader, Bagger und Lkw gehören zu den typischen Großfahrzeugen auf einer Baustelle. Aber wer kümmert sich eigentlich darum, wenn diese mal kaputt sind? Diese Aufgaben übernimmt ein Land- und Baumaschinenmechatroniker.

Für den Beruf des Baumaschinenmechatronikers hat sich der 19-jährige Justin Bareiß entschieden. Aktuell befindet er sich im vierten und letzten Lehrjahr seiner Ausbildung, die er beim Tief- und Straßenbaubetrieb Schneider am Standort Öhringen absolviert. „Ich habe schon während der Schule ein Praktikum am Standort Heilbronn gemacht und wusste, dass ich etwas in diese Richtung machen möchte“, erzählt er. „Baumaschinen haben mich schon immer fasziniert. Und ich habe stets gerne geschraubt und repariert.“

Viel Theorie im ersten Ausbildungsjahr als Baumaschinenmechatroniker

Durch den landwirtschaftlichen Betrieb zu Hause war der Kontakt mit Großmaschinen für den Azubi bereits gegeben. Das erste Ausbildungsjahr war aber eher theoretisch als praktisch ausgerichtet: Denn das verbrachte Justin Bareiß vollständig in der Berufsfachschule. Im zweiten Lehrjahr reduzierten sich die Einheiten auf Blockunterricht – immer für circa sechs bis sieben Wochen.

Da das erste Lehrjahr als Baumaschinenmechatroniker ein Vollzeitschuljahr ist, beträgt die Ausbildungsvergütung hier 200 Euro – „als Taschengeld“, wie die Ausbildungsleiterin der Firma Schneider, Selina Sulzbacher, sagt. Im zweiten Lehrjahr liegt das Gehalt in diesem Beruf bei 1.230 Euro, im dritten bei 1.495 Euro und im letzten Jahr bei 1.580 Euro.

Baubranche noch mehr analog als digital

Einen typischen Arbeitstag zu beschreiben, sei schwierig, erklärt Baumaschinenmechatroniker-Azubi Justin Bareiß, der in Lehrensteinsfeld, im südlichen Landkreis Heilbronns lebt. Denn kein Tag sei wie der andere. Das ist eines der Dinge, die der 19-Jährige an seinem Beruf schätzt. Was dagegen sehr regelmäßig und planbar ist, sind die Arbeitszeiten: Los geht es auf der Baustelle um sieben Uhr morgens – Feierabend ist um 16.30 Uhr. Das Wochenende ist frei.

Digitalisierung und Elektrifizierung machen zwar auch vor der Baubranche keinen Halt, doch einschneidend verändert hat das die Ausbildung noch nicht. Der Grund ist, dass sich Elektromodelle für Großfahrzeuge (noch) nicht etabliert haben, beziehungsweise dass hier noch mehr Entwicklung nötig ist. „Würde sich das flächendeckend durchsetzen, würde es auch Teil des Lehrplans werden“, erklärt Selina Sulzbacher sicher.

Baustelle: Je mehr Erfahrung, desto besser

Justin Bareiß schließt im Februar 2024 seine Ausbildung als Baumaschinenmechatroniker ab. Danach ist ihm erst einmal eines wichtig: Er möchte im Betrieb in Öhringen bei Heilbronn viel Berufserfahrung sammeln. „Ich finde, in dem Beruf macht Erfahrung schon viel aus. Ich sehe einen Fehler und sage mir: Ah, da habe ich schon mal gesucht, das Problem hatte ich früher schon!“ Die Baustellenfahrzeuge reparieren und Fehler auslesen, das zählt zu Justins Bareiß‘ Hauptaufgaben als Land- und Baumaschinenmechatroniker.

Grundsätzlich sei technisches Verständnis für die Ausbildung zum Baumaschinenmechatroniker wichtig, sagt der junge Mann aus dem südlichen Heilbronner Landkreis. Dieses ist beispielsweise auch für den Steinmetz-Beruf notwendig. Von betrieblicher Seite wird meist ein Werkreal- oder Realschulabschluss vorausgesetzt. Und noch eines sollte man mitbringen: „Wenn man Angst vor Schmutz hat, ist man im Beruf des Baumaschinenmechatronikers ganz falsch“, sagt Justin Bareiß lachend.

Gehalt: Das verdient ein Baumaschinenmechatroniker

Als Einstiegsgehalt kann ein fertig ausgebildeter Baumaschinenmechatroniker ein Monatsgehalt von etwa 3.000 Euro brutto erwarten. Mit einigen Jahren Berufserfahrung und einem zusätzlichen Meisterbrief in der Tasche gibt es ab 4.000 Euro brutto im Monat.

Aber auch mit einem Meisterbrief sind die Weiterbildungsmöglichkeiten noch nicht abgeschlossen: Denn dann gibt es noch die Option, zu studieren. Beispielsweise die Studiengänge Bachelor of Engineering Maschinenbau und Bachelor of Engineering Fahrzeugtechnik. Dann sind auch Brutto-Monatsgehälter im Bereich von 5.000 Euro drin.

Von Marie Provencal