Zwei Kfz-Mechatroniker diskutieren in der Werkstatt einen Auftrag.
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So klappt’s: Mit Weiterbildungen hoch hinaus

Als Meister, Fachwirt oder Techniker bieten sich nach der Ausbildung viele Chancen.

Zwei Kfz-Mechatroniker diskutieren in der Werkstatt einen Auftrag.

„Mach‘ doch lieber ein Studium statt einer Ausbildung. Damit kannst du mehr machen.“ Das ist ein häufiger Rat, der so nicht stimmt. „Es gibt zu jeder Ausbildung eine Aufstiegsweiterbildung“, sagt Annette Thomas, Berufsberaterin für Menschen im Erwerbsleben bei der Agentur für Arbeit in Heilbronn. Der jeweilige Beruf, für den man sich entschieden hat, biete meist sogar mehrere Optionen.

Hat jemand beispielsweise die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker abgeschlossen, kann die Person eine Weiterbildung zum Kraftfahrzeugtechniker-, Industrie- und Zweiradmechaniker-Meister machen. Außerdem gibt es mehrere technische Weiterbildungen in den Bereichen Kraftfahrzeugtechnik, Elektromobilität sowie Karosserie- und Fahrzeugbautechnik. Der technische Fachwirt ist zudem eine kaufmännische Weiterbildung.

Weiterbildungen zum Meister: Vor allem in Gewerbe und Handwerk

Da es so viele Optionen gibt, ist es laut der Berufsberaterin Annette Thomas aus Heilbronn wichtig, das eigene Ziel vor Augen zu haben. Wer nach einer Ausbildung mehr Verantwortung übernehmen möchte, sollte den Meister draufsetzen. Die meisten Weiterbildungen zum Meister finden sich in Gewerbe und Handwerk – auch bei Konditoren oder Friseuren ist das möglich. Mit dieser Qualifikation bleibt man dicht an der praktischen Arbeit, übernimmt aber auch Führungsaufgaben. Personal einstellen, einteilen und die Betreuung von Auszubildenden fallen zum Beispiel in die Bereiche der Meister. Dabei lohnt es sich auch, die aktuellen Trends in der Ausbildung und auf dem Arbeitsmarkt generell im Blick zu behalten.

Mit der Weiterbildung als Fachwirt ist der Schwerpunkt auf den kaufmännischen Bereich gesetzt. Doch nicht nur Verkäufer können sich hier fortentwickeln, auch Pfleger können sich zum Fachwirt in der Richtung Organisation und Führung weiterbilden. Techniker haben die Möglichkeit im Vertrieb, Einkauf, Außen- oder Innendienst, tätig zu werden. Daneben können sich Techniker auf Ingenieursstellen bewerben, erklärt Thomas. Denn alle Aufstiegsweiterbildungen werden mit Bachelorabschlüssen gleichgesetzt.

Weiterbildungen schon für Lehrlinge ein Thema

„Das ganze System ist durchlässiger geworden“, sagt Expertin Thomas aus Heilbronn. Nach drei Jahren Berufserfahrung könne man im eigenen Fachbereich studieren. Je nach Uni können Aufnahmeprüfungen und Gespräche nötig sein. Aus ihrer Erfahrung als Berufsberaterin weiß Annette Thomas, dass viele Lehrlinge während der Ausbildung über weitere Schritte nachdenken. Wer sich letztlich für eine Aufstiegsweiterbildung entscheide, reduziere zwar häufig die Arbeitszeit, ganz aufhören zu arbeiten, kann man meist aber nicht. Viele seien froh um den Austausch mit Kollegen und die stetige Auseinandersetzung mit dem Sachverhalt, berichtet die Beraterin.

Finanziell entstehe kein Nachteil, denn durch Aufstiegs-Bafög werden laut Thomas einkommens- und vermögensunabhängig bis zu 75 Prozent der Fortbildungskosten bezuschusst. Ihr Fazit: „Man muss nicht mit dem Studium starten. Eine Ausbildung ist nicht das Ende der Fahnenstange.“

Finanzielle Förderprogramme bei Fortbildungen

Weiterbildungen wie zum Techniker, Meister oder Fachwirt sind durch das Aufstiegs-Bafög finanziell abgesichert. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung, die Bewerber für die Weiterbildungen qualifiziert. Auch wer bereits einen Hochschulabschluss in der Tasche hat, kann so beispielsweise für einen Masterabschluss gefördert werden. Eine Altersgrenze gibt es dabei nicht.

Ob für die Karriere letztendlich eher eine Aufstiegsfortbildung oder doch ein Bachelor-Abschluss förderlich ist, lässt sich nicht generell sagen. Das ist immer von der jeweiligen Branche und dem Betrieb abhängig.

Von Laura Bernert