Sie kann etwas bewirken und wichtige aktuelle Themen voranbringen. Das ist es, was Alina Gerbert aus Eberstadt bei Heilbronn besonders an ihrer Berufswahl gefällt. Seit September 2023 absolviert sie ihre Lehre zur Industriekauffrau in einem regionalen Energieversorgungsunternehmen, der ZEAG Energie AG in Heilbronn. „In meinem Job geht es um die Zukunft, unser Klima, unser Leben, unsere Erde. Das ist ziemlich cool“, sagt die 20-Jährige.
Vor ihrer Ausbildung machte Alina Gerbert ihren Realschulabschluss und ihre Fachhochschulreife an einem kaufmännischen Berufskolleg. Im Anschluss fing sie zunächst eine Ausbildung zur technischen Produktdesignerin an, die sie allerdings wenig später abbrach. „Ich habe gemerkt, dass ich lieber dienstleistungsorientiert statt technisch arbeiten möchte“, erklärt die junge Frau.
Als Industriekauffrau offenes Ohr für Kunden
Bei ZEAG in Heilbronn habe sie als angehende Industriekauffrau beispielsweise die Möglichkeit, mit Kunden Kontakt zu haben und ihnen zu helfen, Probleme zu lösen. „Das macht mir viel mehr Spaß.“ Ein Beispiel sei die Bearbeitung von Kundenanfragen, die über das Onlineportal des Unternehmens in Heilbronn eingehen. Meistens handele es sich hierbei um Personen, die neu gekaufte Wohnungen oder Häuser ans Stromnetz anschließen lassen möchten.
Auf das Unternehmen, ZEAG Energie AG in Heilbronn, sei Alina Gerbert nicht zufällig gestoßen. Ein Bekannter, der selbst dort tätig gewesen sei, habe ihr den Betrieb als möglichen Arbeitgeber empfohlen. Daraufhin habe sie sich nach entsprechenden Stellenanzeigen umgesehen und sei letztendlich fündig geworden. „Ich wusste am Anfang überhaupt nichts über Energie oder Stromversorgung“, sagt die 20-jährige Auszubildende zur Energiekauffrau.
Einblicke in Einkauf, Vertrieb, Marketing und Personalwesen
Bei der ZEAG in Heilbronn hat die Industriekauffrau in spe auch spannende Einblicke in aktuelle und wichtige Themen. Sie erklärt: „Jetzt kann ich sogar meinen Freunden erklären, was zum Beispiel die Energiepreisbremse oder die Energiewende bedeutet und, wie unser Stromnetz aufgebaut ist.“ Alle zwei bis drei Monate wechselt Alina Gerbert in eine andere Abteilung des Betriebs, um Einblicke in verschiedene Betriebs-Bereiche wie Einkauf, Vertrieb, Kundencenter, Marketing, Personalwesen, Aus- und Weiterbildung sowie das Lager zu erhalten. Die Unterstützung, die sie währenddessen von ihren Betreuern und Kollegen erhält, schätzt sie besonders. „Man wird immer an die Hand genommen. Ich habe nie Angst, etwas zu fragen“, sagt sie. Ihren Arbeitsalltag beschreibt sie als sehr abwechslungsreich. Zuletzt sei sie für Bestellungen von Solarpanels zuständig gewesen.
Dadurch, dass Alina Gerbert selbst im Stromnetzgebiet ihres Arbeitgebers in der Region Heilbronn wohnt, habe sie auch einen direkten Bezug zu ihrer Arbeit. Sie empfiehlt Interessierten und Bewerbern, sich nicht von mangelndem Wissen abschrecken zu lassen. „Man lernt hier alles mit der Zeit“, sagt sie. „Es gibt im Haus viele Menschen, die für das Thema nachhaltige Energieversorgung brennen. Von denen bekommt man sehr viel Input.“ Nach ihrer Ausbildung möchte Alina im Unternehmen bleiben und sich weiterbilden.
Industriekauffrau: Gehalt und Möglichkeiten zur Weiterbildung
Die Ausbildung zur Industriekauffrau dauert in der Regel drei Jahre. Die Höhe des Gehalts variiert zwischen den jeweiligen Unternehmen. Üblicherweise liegt es im ersten Ausbildungsjahr bei 1.000 Euro brutto im Monat – und steigert sich dann in den beiden Ausbildungsjahren um jeweils 100 Euro monatlich auf durchschnittlich 1.100 im zweiten und 1.200 Euro Brutto-Monatslohn im dritten Lehrjahr. Als Einstiegsgehalt in den Beruf sind nach der Ausbildung etwa 2.700 Euro zu erwarten. Mit der entsprechenden Berufserfahrung ist langfristig ein durchschnittlicher Brutto-Monatsverdienst von 3.600 Euro realistisch.
Als Industriekauffrau oder Industriekaufmann sollte man mit Zahlen umgehen können, da man regelmäßig mit wirtschaftlichen Vorgängen zu tun hat. Auch Offenheit und sichere Kommunikation – mündlich wie schriftlich – sind wichtig, denn: Kontakt mit Kunden und Geschäftspartnern ist nicht unüblich. Tools, mit denen man täglich arbeitet sind beispielsweise Microsoft Outlook, Word und das Tabellenkalkulationsprogramm Excel.
Nach ihrer Ausbildung finden Industriekaufleute Beschäftigungsmöglichkeiten im Personalwesen, im Vertrieb und Marketing, in der Materialwirtschaft sowie im Finanz- und Rechnungswesen. Nach der Ausbildung erhöht etwa eine Weiterbildung zum Betriebswirt das Gehalt – und die Karrierechancen. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) bietet die Weiterbildung zum Fachkaufmann, zum Beispiel in den Bereichen Büromanagement, Marketing, Personal oder Organisation an. Auch ein Studium der Wirtschaftswissenschaften ist denkbar, schließlich verfügt man in dem Fachbereich durch die vorherige Berufspraxis bereits über eine solide Grundlage.
Von Aleyna Tas


