Videografie wird immer populärer. Egal ob auf Youtube, Instagram oder Tiktok. Und so sind auch Videografen mittlerweile sehr gefragt, ziehen viele junge Menschen doch ein kurzes Reel oder eine Mini-Doku einem langen Textbeitrag vor. Paul Glaser befindet sich derzeit im zweiten und letzten Jahr seines Video-Volontariats bei der Heilbronner Stimme.
Der 24-Jährige hat bereits eine Ausbildung als Werkzeugmechaniker bei der Firma Illig Maschinenbau abgeschlossen. Während dieser Zeit produzierte und schnitt er in seiner Freizeit Videos für Freunde – bis er sein Hobby schließlich zum Beruf machte und eine Stelle als erster Video-Volontär bei der Heilbronner Stimme bekam.
Abwechslungsreicher Arbeitsalltag
Paul Glasers Arbeitsalltag ist abwechslungsreich: Er schneidet und produziert Instagram-Reels, begleitet Termine vor Ort, führt Interviews, schreibt Artikel und produziert Videos für die Plattform Glomex, die in Artikel auf der Webseite der Heilbronner Stimme eingebettet werden.
Außerdem unterstützt er den Social Media-Redakteur beim Bespielen der Instagram-Kanäle stimmeonline und echo24de. Die meiste Zeit seines Volontariats verbringt er in der Online-Redaktion. Weitere Stationen der Ausbildung waren bislang: sechs Monate in der Regionalredaktion und drei Monate im Ressort Politik und Wirtschaft. Hier schrieb der 24-Jährige überwiegend Artikel für die Printausgabe und Online-Angebote der Heilbronner Stimme.
„Flexibilität und Organisation sind wichtige Eigenschaften“
Aber auch diese Erfahrungen sind notwendig, um Paul Glasers journalistische Kenntnisse zu erweitern, selbst wenn der Schwerpunkt seiner Ausbildung auf der Videografie liegt. Aktuell ist Glaser in der Abteilung StimmeTV tätig, die zwar auch redaktionelle Arbeiten, aber jedoch viele Inhalte produziert, die eher im Agenturbereich angesiedelt sind. Im letzten Monat seines Video-Volontariats hospitiert Glaser einen Monat lang beim Südwestrundfunk (SWR), bevor er am 1. November seine journalistische Ausbildung abschließen wird.
Welche Fähigkeiten muss ein Video-Volontär mitbringen? „Flexibilität und Organisation sind wichtige Eigenschaften“, sagt Glaser. „Plötzlich heißt es: Fahr doch mal zum Flughafen und filme die deutsche Nationalmannschaft“, berichtet er.
Volontariat als Sprungbrett für spätere Anstellung
Er schätze an der Ausbildung, dass diese viel Abwechslung biete. Ein guter Umgang mit Menschen sei ebenfalls wichtig, denn auch Straßenumfragen oder Interviews gehören zu Paul Glasers Aufgabenfeldern. Der Weg in den Journalismus führt in vielen Fällen über ein Volontariat – so auch bei Paul Glaser, obgleich er ein eher spezielleres Volontariat macht, bei der die Videografie im Vordergrund steht.
Die Ausbildung bietet nicht nur praktische Erfahrungen und Einblicke – in Glasers Fall in die Bereiche Videoproduktion, Schnitt, Interviewführung und redaktionelle Planung –, diese ist auch häufig Voraussetzung für die spätere Anstellung. Viele Arbeitgeber bestehen auf ein abgeschlossenes Volontariat, um sicherzugehen, dass Bewerber das Handwerk von Grund auf beherrschen.
Viele Karrierewege nach dem Abschluss
Nach erfolgreichem Abschluss eröffnen sich für Glaser zahlreiche Karrierewege – etwa als Videojournalist – kurz „VJ“, Redakteur oder Content-Produzent. Wer weiter Berufserfahrung sammelt oder sich weiterbildet, kann langfristig Führungsverantwortung übernehmen, etwa als CvD (Chef vom Dienst) oder in der Produktionsleitung.
Info: Das Volontariat
Ein Volontariat (von französisch „volontaire“ – freiwillig) – kurz Volo – ist eine fast rein praktische Ausbildung. Eine Berufsschule wird nicht besucht. Volontäre arbeiten Vollzeit in ihrem Betrieb. Besucht werden allerdings Seminare, im Fall der Heilbronner Stimme, bei der JAB, der Journalistischen Aus- und Berufsbildung.
Von Noel-James Nowak


