Viele junge Menschen entscheiden sich für gemeinnützige Arbeit. Ob nach dem Realschulabschluss oder Abitur, vor der Ausbildung oder dem Studium: Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) ist ein beliebter Weg nach dem Schulabschluss. Aber auch später im Leben entscheiden sich manche Menschen für einen Dienst, um der Gesellschaft etwas zurückgeben – der Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) ist die Variante für alle ab 27 Jahren.
Freiwillige können aus den Formaten wertvolle Erfahrungen mitnehmen – diese stehen bei FSJ und Bufdi auch im Vordergrund. Üppig bezahlt werden die Dienste nämlich nicht. Statt Gehalt gibt es ein kleines Taschengeld. Doch die Zeit ist für viele Menschen sehr hilfreich und bietet die notwendige Orientierung. Für manche Schüler ist ein FSJ aber auch schlicht notwendig, um nach dem schulischen Teil der Fachhochschulreife auch den berufsbezogenen Teil abzuleisten.
Freiwilliges Ökologisches Jahr: Einsatz im Umweltschutz oder in der Landwirtschaft
Für die Freiwilligenarbeit gibt es verschiedene Varianten – zum Beispiel das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ). Dieses richtet sich auch an Menschen bis 27 Jahre. Es ist ein Bildungsjahr, in dem sich alles um Natur, Umwelt, Klima und Artenschutz dreht. Ergänzt wird der praktische Einsatz, zum Beispiel im Umweltschutz oder der ökologischen Land- und Forstwirtschaft, durch Seminartage.
In Schleswig-Holstein ist 2025 ein Pilotprojekt zu einem Freiwilligen Handwerksjahr gestartet. In dem Format lernen junge Menschen vier Handwerksberufe in zwölf Monaten kennen. Eine andere Variante wäre das Christliche Orientierungsjahr (COJ), das verschiedene kirchliche Träger als Art des FSJs anbieten.
FSJ und BFD: Dieses Taschengeld wird bezahlt
Für das Taschengeld, das im FSJ und BFD ausbezahlt wird, gilt seit dem 1. Januar 2026 eine Obergrenze von maximal 676 Euro monatlich für einen Vollzeitdienst. Der Maximalbetrag wird jährlich neu angepasst. Er entspricht acht Prozent der in der allgemeinen Rentenversicherung geltenden Beitragsbemessungsgrenze. Viele Einsatzstellen zahlen jedoch weniger als die maximale Summe. Die genaue Höhe der Auszahlung hängt von der Einsatzstelle und dem Umfang der Tätigkeit ab.
Neben dem Taschengeld können Freiwillige weitere finanzielle Unterstützung erhalten. Üblich sind ein Verpflegungskostenzuschuss bis zu 333 Euro monatlich sowie ein Unterkunftskostenzuschuss von bis zu 282 Euro monatlich. Viele Einsatzstellen gewähren darüber hinaus einen Mobilitätszuschlag, beispielsweise in Form eines Deutschlandtickets. Manchmal werden kostenlose Unterkunft, Verpflegung oder Arbeitskleidung auch als Alternative zum Geldzuschuss angeboten.
Einblick in verschiedene Berufsfelder – vielfältige Einsatzmöglichkeiten
Auch, wenn die Entlohnung vergleichsweise eher niedrig ist, liegen die Vorteile eines freiwilligen sozialen Jahrs auf der Hand: Teilnehmer sammeln wertvolle Erfahrungen im sozialen Bereich, die ihnen helfen, ihre beruflichen Interessen zu klären und soziale Kompetenzen zu entwickeln. Durch den Einblick in verschiedene Berufsfelder können sie sich ideal auf eine mögliche Ausbildung oder ein Studium vorbereiten.
Von der Altenpflege über die Arbeit mit Kindern bis hin zu kulturellen Projekten: Die Einsatzmöglichkeiten im FSJ sind vielfältig. Die genauen Aufgaben hängen von der Einsatzstelle ab und können von der Unterstützung von hilfebedürftigen Menschen im Alltag bis hin zur Mitgestaltung von Projekten reichen. Alle Infos rund um Bewerbung und Voraussetzungen fürs FSJ finden Interessierte unter www.bundes-freiwilligendienst.de/fsj/bewerbung/. Entsprechende Infos zum Bufdi gibt es unter www.bundes-freiwilligendienst.de/faq.
Von Simon Bitsch und Sina Alonso Garcia


