Während viele Studenten üblicherweise in Hörsälen büffeln, arbeitet Kathleen Wieland mehrere tausend Kilometer entfernt in Kanada an internationalen Kundenprojekten. „Momentan bin ich im Sales Inside, also im Vertriebsinnendienst tätig“, sagt sie. Die 24-Jährige aus Bretzfeld studiert dual Wirtschaftsingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Internationales Technisches Vertriebsmanagement bei der Rosenberg GmbH in Künzelsau-Gaisbach. Derzeit befindet sie sich im vierten Semester.
Innerhalb der drei Studienjahre wechselt sie regelmäßig zwischen Vorlesungen an der DHBW und dem Praxisalltag im Betrieb. Dazu gehört auch, Einblicke in andere Niederlassungen zu bekommen, beispielsweise in Kanada. Drei Monate lang ist sie nun dort, darf Angebote schreiben, Kundenmeetings begleiten und die Produkte von Rosenberg vorstellen. „Es ist echt cool, dass wir als duale Studenten die Möglichkeit haben, einfach auch mal was anderes kennenzulernen“, sagt die Studentin.
Schnittstelle zwischen Technik und Wirtschaft
Da der Bereich des Wirtschaftsingenieurwesens die „Schnittstelle zwischen Technik und Wirtschaft“ ist, sei der Arbeitsalltag abwechslungsreich. „Es kann sein, dass ich einen Wettbewerbsvergleich mache oder eine Marktanalyse. Es kann aber auch sein, dass ich mich mit der Technik unterhalte, weil ein Produkt leicht verändert werden soll, um es marktfähiger zu machen“, sagt die 24-Jährige, die schon früh ihr Interesse für Technik entdeckt hat. „Mein Papa ist Dachdecker und Zimmerermeister. Ich war als Kind oft mit ihm auf Baustellen.“
Nach dem Abitur entschied sie sich zunächst, Elektrotechnik zu studieren, doch schnell wurde ihr klar, dass der reine Technikzweig ihr doch etwas zu „speziell“ ist. Heute kann sie die beiden Bereiche verbinden. „Egal ob Produktmanagement oder technischer Vertrieb: Man kann eigentlich an jeder Schnittstelle von Technik und Wirtschaft einen Wirtschaftsingenieur einsetzen“, erklärt Wieland. Ein technisches Interesse sei für diesen Studiengang jedoch wichtig, wie sie betont.
Frauenanteil im Beruf ist gering: „Viele sind unsicher“
In den Vorlesungen werden neben wirtschaftlichen Modulen auch technische Themen abgehandelt. Das schrecke vermutlich viele Frauen ab. Der Frauenanteil im Beruf sei gering, wie Wieland berichtet. „Viele sind sich unsicher: Kann ich das wirklich?“, sagt die 24-Jährige. Mit einem grundlegenden technischen und mathematischen Verständnis funktioniere das jedoch gut.
Während ihres Studiums durchläuft sie rund 15 Abteilungen. Wohin es für sie später einmal gehen wird, wisse sie noch nicht, aber sie habe zwei Favoriten: „Mich interessiert im Moment auf jeden Fall Business Development und Produktmanagement.“
Auslandsaufenthalt zählt zu den Highlights des Studiums
Der Auslandsaufenthalt in Kanada zähle für sie zu den Highlights, die sie bisher erleben durfte. Nach ihrer Rückkehr sei sie noch sechs Wochen im Betrieb, ehe es wieder an die DHBW in Mosbach gehe.
Von Sara Loesenbeck


