Melissa Martin macht die Ausbildung zur Schornsteinfegerin. Dabei lernt sie auch, wie man mit der Stange und der Leine einen Kamin sauber macht.
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Auf den Dächern unterwegs: Ausbildung zur Schornsteinfegerin

Melissa Martin fand durch Praktika zu ihrer Schornsteinfegerinnen-Ausbildung. Dabei lernt sie auch, wie man mit der Stange und der Leine einen Kamin sauber macht.

Melissa Martin macht die Ausbildung zur Schornsteinfegerin. Dabei lernt sie auch, wie man mit der Stange und der Leine einen Kamin sauber macht.

Anfangs wusste Melissa Martin nicht so recht, was sie nach der Schule machen soll. Auch nicht in der neunten Klasse, als sie in der Realschule ein Praktikum machen musste. Die junge Frau aus Zweiflingen-Orendelsall fand damals zunächst keinen Praktikumsplatz. Und genau das brachte sie schließlich zu dem Job, den die 17-Jährige nun mit Begeisterung macht: Der Schornsteinfeger war bei ihnen daheim und Martins Mutter fragte, ob sie nicht dort ihr Praktikum machen könnte.

„Dann habe ich mich beim Dani melden sollen“, sagt Martin. Das Praktikum im Betrieb von Daniel Hartmann gefiel ihr so gut, dass weitere Praktika folgten. „Dann war für mich eigentlich direkt klar, dass ich das machen will.“ Mittlerweile ist sie im zweiten Lehrjahr und weiß: „Das Handwerk liegt mir.“ Man sei viel an der frischen Luft und habe viel Abwechslung: Kamine reinigen, schauen, ob beim Schornstein alles passt, und die Heizungen messen. „Klar wird man dreckig“, erklärt die 17-Jährige. Aber es gebe ja Wasser und Seife.

Arbeit auf dem Dach: „Man sieht morgens die Sonne aufgehen“


Die Arbeit auf dem Dach mache ihr am meisten Spaß. „Man sieht morgens die Sonne aufgehen“, schwärmt sie. Aber auch den freundlichen Umgang unter den Kollegen und mit dem Chef schätzt sie sehr. Schließlich verbringt sie viel Zeit mit ihnen. Als Lehrling geht sie bei erfahrenen Mitarbeitern mit. „Die Arbeit mache ich aber schon selber.“ Und auch Hartmann erklärt, dass er Selbstständigkeit erwarte. Ein ausgelernter Schornsteinfeger schaue aber immer nochmal drüber.

Eine typische Aufgabe ist das Kaminputzen, erklärt die junge Auszubildende. Dafür startet sie im Obergeschoss. Die Kamintüre wird mit einem entsprechenden Schlüssel geöffnet. Sie fegt mit der Haspel oder bei größeren Kamindurchmessern mit der Stange hoch. Mit der Leine fegt sie anschließend nach unten. Mit einem Spiegel kann Martin prüfen, ob der Kamin sauber ist, also „ob man das Licht oben sieht“. Beim Kamintürchen im Keller holt sie am Ende den Ruß heraus.

Schaufel und Handbesen gehören zur Ausrüstung

Zu ihrer Ausrüstung gehören deshalb auch eine Schaufel und ein Handbesen. Eine Maske schützt vor dem Ruß. Zum schwarzen Kehranzug aus rußbeständigem Stoff gehört auch ein weißes Mundtuch – zum selben Zweck. Bei Messungen trägt Martin eine Arbeitshose und -schuhe mit einem Pullover.

Im Blockunterricht in der Schule in Ulm lernt sie wichtige Grundlagen. Dazu gehören überbetriebliche Inhalte wie Brandschutz und berufsbezogene Themen wie technische Mathematik, technisches Zeichnen und Physik. In Ulm findet auch der Eignungstest statt, den Interessierte vor der Ausbildung machen können. Abgefragt werden Mathe, Deutsch, Allgemeinwissen, Physik und räumliches Denken, erklärt Martin. Nach der Ausbildung hat sie weitere Pläne: Ein, zwei Jahre als Gesellin arbeiten, den Meister machen und einen eigenen Betrieb gründen.

Von Klara Landes

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