Schwarze Cordhose, weißes Hemd und darüber eine Weste – ebenfalls aus schwarzem Cord: Für Luca Springer ist die Zimmermannskluft noch neu. Er ist in seinem ersten Lehrjahr und erst vor Kurzem kam auch das letzte Teil der unverkennbaren Zunftkleidung an. Pflicht ist das Tragen aller dieser Kleidungsstücke bei der Arbeit nicht, erklärt der 16-Jährige. Er trage etwa meist die Cordhose, dazu aber einen Pullover und natürlich Sicherheitsschuhe. Mit dabei sind Meterstab, Bleistift, Latthammer (mit einer Seite können Nägel auch wieder herausgezogen werden) und das Cuttermesser.
Vor seiner Ausbildung besuchte der junge Heilbronner ein Gymnasium, beschloss aber in der 10. Klasse, dass er mit dem Realschulabschluss von der Schule geht. „Ich weiß gar nicht mehr so genau“, erklärt er, auf Instagram oder Tiktok habe er von dem Zimmerer-Beruf erfahren. In den Pfingstferien machte er ein Praktikum bei Heyd und sammelt dabei seine ersten richtigen Erfahrungen mit der Arbeit mit Holz. „Danach war es dann eigentlich klar“, sagt Luca Springer, der wenig später auch seine Ausbildung im Betrieb begann.
Wenig Kundekontakt, aber viel Teamarbeit
Morgens, um kurz nach sieben, beginnt die Arbeit. „Ich als Azubi werde immer zugeteilt.“ Zunächst werde das Auto mit dem nötigen Material bestückt, dann gehe es auf die Baustelle. Gegen 16.30 Uhr macht sich das Team wieder auf den Rückweg. Und auf der Baustelle? „Ich schaue immer, wo ich helfen kann.“ Als sie etwa vorgefertigte Holzrahmbauwände aufgestellt hatten, habe er beim Schrauben unterstützt.

In der Ausbildung habe man eher wenig Kundenkontakt, erklärt der 16-Jährige. Wichtig ist aber, dass man im Team arbeiten kann, mit Mathe zurechtkommt, eine gewisse Fitness mitbringt und im Winter nicht so schnell friert. Denn – und das ist einer der Gründe, warum Luca Springer seine Arbeit so gerne macht – „man ist relativ viel draußen aktiv“.
Werkstatt in der Berufsschule: „Man muss genau arbeiten“
In seinem ersten Ausbildungsjahr ist der Heilbronner montags im Betrieb und an den anderen Tagen in der Berufsschule. Dort lerne er an eineinhalb Tagen Theorie in Fächern wie Berufsfachkompetenz, da sei etwa auch Mathe und Physik wichtig. Aber auch Fächer wie Deutsch, Gemeinschaftskunde und Wirtschaft stehen auf dem Stundenplan. An zweieinhalb Tagen lernen die Berufsschüler in der Werkstatt etwa, wie Sparen und Pfosten befestigt werden. Und generell wichtig, wie Luca Springer erklärt: „Man muss genau arbeiten.“
Nach seiner dreijährigen Ausbildung plant der 16-Jährige, erst einmal als Gesell zu arbeiten. Ob er dann den Meister machen möchte, weiß er noch nicht. Und ob er auf die Walz geht? „Ich habe schon oft davon zu hören bekommen, aber ich glaube, das ist nichts für mich“, erklärt Luca Springer. Vor allem, weil er dann eine lange Zeit nicht mehr nach Heilbronn dürfte.
Von Klara Landes


