Die Trigonometrie hat Luca Kaiser schon immer fasziniert. „Ich wollte aber nicht gleich studieren.“ Deshalb hat sich der 19-Jährige dazu entschieden, eine Ausbildung zum Vermessungstechniker bei Konrad Bau in Tauberbischofsheim zu machen, denn Mathematik spielt in dem Beruf eine große Rolle. Sein Einsatzgebiet umfasst dabei auch Öhringen und Heilbronn.
„Vermessungstechnik umfasst ein großes Gebiet“, erklärt er. Neben der Vermessungstechnik bei einem Unternehmen gibt es beispielsweise auch das Vermessungsamt oder öffentlich bestellte Vermessungstechniker. „Es ist sehr abwechslungsreich“, sagt Kaiser. Genauer sei er am kompletten Prozess einer Baustelle beteiligt und auch im ständigen Austausch mit den Kollegen.
Unterwegs mit dem Tachymeter
Er vermisst zum Beispiel eine Straße, die neu gemacht werden soll. Aus den Aufzeichnungen entwickelt er ein digitales Modell, welches den Ist-Zustand zeigt, womit die Straßenbauer dann arbeiten können. Und auch während der Bauphase schaut er immer wieder vorbei, je nachdem „was sie gerade draußen brauchen“. Ist das Projekt fertig, wird nochmal alles vermessen und ein weiteres Modell angefertigt, um den Haben-Bestand zu dokumentieren.

Die Ausbildung umfasst den praktischen und einen Theorieteil. Dieser findet im Blockunterricht an der Berufsschule in Stuttgart statt. „Ich bin in der Zeit dort im Wohnheim und teile mir mein Zimmer mit einem Klassenkameraden“, so Kaiser. Dadurch habe er auch gelernt, eigenständiger zu sein. Das bringe ihn nicht nur im Beruf weiter.
Interesse an Mathematik ist Voraussetzung
Als Fächer hat er betriebliche Kommunikation, Englisch, Berufsfachkunde – mit verschiedenen Schwerpunkten wie Kartenkunde oder Funktionen des Nivelliergeräts – und G-Bau. Da er sein Fachabitur an einem wirtschaftlichen Gymnasium gemacht hat, belegt er das Extrafach Grundlagenbau. Dort geht es dann nochmal um alles rund um die Baustelle wie zum Beispiel die Bauvermessung oder den Straßenbau im Speziellen. „Und einmal die Woche sind wir sozusagen im Außendienst. Die Schule hat eigene Grünflächen, da wird dann praktisch geübt.“
„Es ist abwechslungsreicher, als man es sich vorstellt“, so Kaiser. Vorkenntnisse brauche es erstmal keine. Ein allgemeines Interesse an Mathematik sollte man jedoch schon mitbringen und es helfe, eine gute räumliche Vorstellung zu haben, damit man sich auch in einen Plan reindenken kann. Er rät jedem, einfach mal die Vermessungstechnik auszuprobieren. Er selbst hat einen Tag lang ein Praktikum absolviert, um zu sehen, ob es das ist, was er sich vorgestellt hat. Mit Erfolg: „Alles, was ich mir erhofft habe, hat sich erfüllt.“ Und trotz großer Verantwortung hat er viel Spaß in seiner Ausbildung, auch dank des Teams.
Von Anna-Linda Hahn


