Mit einem Lächeln steht Giulia-Ginevra Bursucanu auf dem Krankenhausflur. Die 21-Jährige arbeitet in der Urologie des SLK-Klinikums Heilbronn. Die Urologie ist etwa für die Niere, Harnblase, Harnleiter und das männliche Geschlechtsorgan zuständig.
Bursucanu ist in ihrem zweiten Ausbildungsjahr zur Medizinischen Fachangestellten, kurz MFA. „Wir sind quasi der erste Ansprechpartner der Patienten“, erklärt sie. Die Aufgabenbereiche einer MFA sind Krankenhäuser, Arztpraxen und Rehakliniken. Dort arbeiten die Auszubildenden im Labor, am Empfang, beantworten den Patienten Fragen und nehmen beispielsweise Blut ab. Ihre Arbeit sei eine Mischung aus einer Pflegefachkraft und Bürokraft. Pflegefachkräfte haben vor allem Patientenkontakt, zur Arbeit der MFAs gehören auch administrative Aufgaben.
„Alles, was wir gemacht haben, dokumentieren wir“
Einen typischen Arbeitstag gibt es nicht, jeden Tag gibt es etwas Neues. „Ich finde, das macht unseren Beruf so spannend“, sagt Bursucanu begeistert. Um aber einen Einblick in die Arbeit zu bekommen, macht sie ein Beispiel an einem ausgedachten Herrn Schmidt. Der kommt für einen OP-Termin und gibt ihr zunächst seine Versichertenkarte. Sie schaut dann in den Kalender, legt seine Akte an, fragt ihn unter anderem nach seinem Hausarzt, nimmt ihm Blut ab und führt ein Aufklärungsgespräch für die OP. Wichtig dabei: „Alles, was wir gemacht haben, dokumentieren wir.“
Die Arbeit könne auch stressig werden. Da sei es wichtig, ruhig zu bleiben und einfühlsam gegenüber den Patienten zu sein. Organisiertes Arbeiten und Teamfähigkeit seien ebenfalls wichtig. In dem Job braucht es sehr viel Geduld, betont Bursucanu. Sie hat gerne Patientenkontakt: „Ich finde es schön, wenn man das Gefühl hat, man konnte helfen.“
Blut und Urin zu sehen, sollte kein Problem sein
Wer sich für ihren Beruf interessiert, dem rät sie: „Auf jeden Fall anschauen, egal ob in der Arztpraxis oder Klinik.“ Und einen anderen Tipp hat sie noch: Man sollte sich für Medizin interessieren, Blut und Urin zu sehen, sollte kein Problem sein.
Die Theorie wird den MFA-Azubis in der Peter-Bruckmann-Schule beigebracht. Neben Blutabnahme und Anatomie lernen sie etwa auch die Unterschiede der privaten und gesetzlichen Krankenkassen und wie man sie abrechnet.
Von Klara Landes


