Auch an der großen Maschine muss ein Klempner arbeiten können. Moderne Technik hilft dabei, das Verletzungsrisiko zu minimieren.
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Auf den Dächern dieser Welt unterwegs: Ausbildung zum Klempner

Leon Scheibner hat sich dazu entschlossen, den Beruf des Klempners zu erlernen. Hier berichtet der 22-Jährige, was seinen Job ausmacht.

Auch an der großen Maschine muss ein Klempner arbeiten können. Moderne Technik hilft dabei, das Verletzungsrisiko zu minimieren.

Viele denken auch heute noch an das Badezimmer oder den Heizungsraum, wenn der Begriff Klempner in einem Gespräch fällt. Denn auch der Gas- und Wasserinstallateur wird umgangssprachlich oft als Klempner bezeichnet. Das rührt noch aus einer Zeit, als der Klempner neben Dachrinnen und Regenfallrohren auch Rohrleitungen aus Blei und Kupfer verlegte.

Leon Scheibner hat sich dazu entschlossen, den Beruf des Klempners zu erlernen. Der 22-Jährige ist aktuell in seinem zweiten Lehrjahr und auch er musste im Freundeskreis bereits des Öfteren klarstellen, was seinen Beruf ausmacht – und was nicht. Seine Ausbildung macht er in Bretzfeld bei der Firma Sautter.

„Von der Großbaustelle bis zum Gartenhäuschen ist alles dabei“

Er habe zuerst Zerspanungsmechaniker gelernt. Dann wurde ihm bewusst, dass er „nicht für immer in einer Industriehalle gefangen sein“ wolle, wie er sagt. Für ihn stand aber auch fest, dass er weiterhin mit Metall arbeiten wolle, wie schon in seiner vorherigen Ausbildung. Als Klempner ist er nun auf verschiedenen Baustellen unterwegs, immer an der frischen Luft.

„Von der Großbaustelle bis zum Gartenhäuschen ist alles dabei“, sagt er und lacht. „Einen Tag ist man hier, den anderen dort.“ Der Beruf bringe Abwechslung mit sich, das gefalle ihm gut. Und man sehe stets, was man gearbeitet hat, wenn die Baustelle abgeschlossen ist. „Da kommt schon ein bisschen Stolz auf.“

Gehalt eines Klempner-Azubis variiert zwischen 800 und 1.000 Euro

Er selbst habe zuerst als Bauhelfer in den Beruf hineingeschnuppert, auch um sicher zu sein, ob es das richtige für ihn sei. Schließlich sei es seine zweite Ausbildung, das müsse man sich schon gut überlegen. Nach vier Monaten wurde sein Vertrag zu einem Ausbildungsvertrag umgewandelt. „Das kann ich nur empfehlen“, sagt Scheibner. Immerhin bekomme man Einblicke in die Abläufe und das Tätigkeitsfeld. Abgesehen davon verdiene man als Bauhelfer nicht schlecht. Das Gehalt eines Azubis im Klempnerberuf variiere, je nach Lehrjahr zwischen 800 bis 1.000 Euro.

Ein Klempner umgeben von seinem Arbeitswerkzeug: Hauptsächlich Metall und Blech. Foto: Thomas Biener

Der Aufgabenbereich eines Klempners umfasse im Prinzip alles, was am Haus mit Metall gemacht wird. Metall sei einer der weitest verbreiteten Rohstoffe auf dem Bau. So bringe er beispielsweise Dachrinnen und Fallrohre an, bevor der Dachdecker loslegen kann. Auch das Einhängen von Flachdächern bei Hallen sowie der Bau ganzer Industriehallenfassaden aus Stahlplatten gehören dazu.

Handwerkliches Geschick und logisches Denken erforderlich

Seine Berufsschule befindet sich in Ulm, auch in Karlsruhe habe es eine gegeben. „Die hat zu gemacht“, sagt er. Es gebe zu wenige Auszubildende für zwei Schulen. Dreieinhalb Jahre dauere die Ausbildung in der Regel. Wer Klempner werden will, solle seiner Meinung nach handwerkliches Geschick sowie logisches Denken mitbringen. Mathematik sei eines der wichtigsten Fächer, da auf der Baustelle viele Sachen berechnet werden müssten, beispielsweise um den Fallrohrdurchmesser einer Regenrinne zu ermitteln.

„Alles andere kann man lernen“, ist Leon Scheibner überzeugt. Denn dafür sei man schließlich auch in der Ausbildung. Am Anfang habe er selbst die meisten Probleme mit der Höhe gehabt, da man viel auf Dächern und anderen Bauwerken unterwegs ist. Aber man gewöhne sich daran. Außerdem ist man immer gesichert. „Arbeitssicherheit wird groß geschrieben.“

Viele Wege nach der Ausbildung: Auch ein Studium ist nicht ausgeschlossen

Nach der Ausbildung stünden einige Wege offen. So könne man seinen Meister machen oder auch als Bauleiter im Bereich der Planung tätig werden. Auch ein Studium sei mit den entsprechenden Voraussetzungen nicht ausgeschlossen. Für die Zukunft ist Leon Scheibner zuversichtlich: „Diesen Beruf wird es immer geben, solange wir in Häusern wohnen.“

Von Thomas Biener

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