Die blutüberströmte Schürze gab Felix Krockenberger noch ein komisches Gefühl, als er das erste Mal bei einer Schlachtung dabei war. Doch „man lebt sich ein, irgendwann macht’s einem nichts mehr aus“, berichtet der 19-jährige Fleischer-Auszubildende heute. Wenn seine eigene Schürze nun blutig ist, macht ihm das nichts mehr aus.
Zweimal die Woche schlachtet die Metzgerei Häfele in Ilsfeld-Auenstein auf dem Schlachthof: dienstags Schweine, freitags Schweine und Rinder. Das Schlachten gehört genauso zu Krockenbergers Aufgaben wie das Ausbeinen und Zerlegen der Tiere und die letztliche Verarbeitung zu Wurstwaren am Standort in Bietigheim.
Arbeitstag beginnt um 3 Uhr morgens
Der Arbeitstag von Felix Krockenberger beginnt unabhängig davon, was am Tag ansteht, um 3 Uhr morgens. Dann macht er Schinken oder überwacht die Anlieferung der Schweine durch die Bauern. Am liebsten an seiner Arbeit mag der angehende Fleischer aus Ilsfeld das Schlachten und Wurstmachen. Stressig empfindet er manchmal das Ausbeinen: wenn mehrere Leute gleichzeitig wie am Fließband das Tier bearbeiten, gerade auch bei wenig Schlaf.
„Da muss man schon dranbleiben“, sagt der 19-Jährige. Zu seinem Beruf hat Krockenberger einen familiären Bezug. Von klein auf war er jeden Tag im Stall im Betrieb seines Onkels. „Es hat mich schon immer interessiert, wie das Ganze auf den Teller kommt“, sagt er. Langfristig würde er auch gerne die Schlachtung für den Hof übernehmen, wenn er mit der Lehre fertig ist.
Lehre bei der Metzgerei Häfele in Ilsfeld
Ab der achten Klasse habe Krockenberger Interesse an der Ausbildung zum Fleischer gehabt. Zwei Praktika in Metzgereien haben ihn in seiner Berufswahl bestärkt. Deshalb fing er direkt nach seinem Hauptschulabschluss die Lehre bei der Metzgerei Häfele an. Neben dem Schlachthof in Ilsfeld-Auenstein und der Produktion in Bietigheim gehören der Metzgerei Häfele mehrere Filialen, unter anderem in Heilbronn und Umgebung.
Zur Schule muss Krockenberger alle zwei bis drei Wochen. Für eine Woche stehen dann Berufstheorie, -praxis, aber auch Fächer wie Gemeinschaftskunde oder Geschichte auf dem Stundenplan. Im Praxisunterricht probieren die angehenden Fleischer zum Beispiel verschiedene Abläufe in der Wurstherstellung aus.
Theoriephasen an der Peter-Bruckmann-Schule in Heilbronn
Manchmal machen sie dann absichtlich etwas falsch, erzählt Krockenberger, um zu sehen, wie sich der Fehler auf das Endprodukt auswirkt. Zur Berufsschule geht Felix Krockenberger in Heilbronn. An der Peter-Bruckmann-Schule werden nicht nur Fleischer ausgebildet. In der Abteilung Nahrung sind zum Beispiel auch die Berufe Bäcker, Konditor oder Lebensmitteltechniker angesiedelt.
Von Simon Bitsch


