Montagvormittag im Soleo. Für Gäste ist das Bad heute geschlossen, innen ist trotzdem viel los. An den Sprungtürmen reinigt ein Mitarbeiter mit einem Hochdruckreiniger den Boden. Neben einem anderen Becken steht eine junge Frau in Badehose, T-Shirt und Plastikschlappen. Für Katharina Ludwig ist das die übliche Kleidung bei der Arbeit.
Aus gutem Grund: Die 19-Jährige ist in ihrem dritten Ausbildungsjahr zur Fachangestellten für Bäderbetriebe (FAB) und steht mittlerweile kurz vor ihrer Abschlussprüfung. Bei vielen ist der Beruf auch als „Bademeister“ bekannt. Es ist aber viel mehr als nur am Beckenrand stehen und bei Fehlverhalten im Becken zu pfeifen.
Arbeit mit Badegästen, Wasserproben nehmen und mehr
Der Beruf ist eine gute Balance aus der „Arbeit mit den Badegästen“ und den technischen Aspekten einer FAB. So gehören etwa auch das Nehmen von Wasserproben, das Reinigen von Sieben und das Auffüllen von Flockungsmitteln zu Katharina Ludwigs Aufgaben. Letzteres bindet sehr kleine Schmutzpartikel, die ansonsten durch die Siebe gelangen würden.
Eine FAB zu werden, dafür hat sich Katharina Ludwig aus verschiedenen Gründen entschieden. „Ich war früher Schwimmerin und habe viel Zeit im Schwimmbad verbracht.“ Der sportliche Aspekt der Arbeit und dass man viel schwimmen kann, gefällt ihr. Während ihrer Schulzeit hat die jetzt 19-Jährige ein Praktikum gemacht. Nach der Realschule entschloss sie sich zunächst für eine Ausbildung zur Physiotherapeutin, bemerkte aber schnell, dass das nicht die richtige Wahl für sie war.
Frühschicht als Badeaufsicht startet um 6.30 Uhr
Hat die junge Auszubildende aus Langenbrettach eine Frühschicht, in der sie als Aufsicht im Soleo arbeitet, dann startet sie um 6.30 Uhr. „Vor der Badezeit machen wir alles piccobello.“ Bevor die Besucher kommen, sorgen die Mitarbeiter für Ordnung und achten darauf, dass sie der Verkehrssicherungspflicht nachkommen.
Sind dann die Besucher im Haus, heißt es für die 19-Jährige: Gäste beaufsichtigen, Fragen beantworten und um 9 Uhr die öffentliche Badegymnastik anleiten. Dann ist auch Zeit, um zu duschen, schließlich müssen auch FAB nicht verschwitzt am Beckenrand stehen. Ist zwischendurch Zeit, füllt die junge Auszubildende ihr Berichtsheft aus oder übt etwa die Herz-Lungen-Wiederbelebung. Und: „Wir als Azubis können auch jederzeit eine Runde schwimmen.“
„Man muss kein Profischwimmer sein, aber Schwimmen und Tauchen gehören auch zur Arbeit“
Neben der Praxis in den fünf Bädern der Heilbronner Stadtwerke sind die Azubis für den Theorieblock in einer Schule in Mannheim. Hier werden Schülerinnen und Schüler aus ganz Baden-Württemberg unterrichtet. Es gibt drei Hauptfächer: Bädertechnik (hier geht es um Themen wie den Wasserkreislauf), Bäderbetriebslehre (hier werden unter anderem rechtliche Aspekte besprochen) und die Rettungs- und Schwimmlehre, bei der es beispielsweise um die Versorgung von Verletzten geht. Hinzu kommen noch Fächer wie Deutsch, Englisch und Wirtschaft.
Begeisterung für das Technische und eine gewisse Fitness sind wichtig. „Man muss kein Profischwimmer sein“, erklärt Katharina Ludwig, „aber Schwimmen und Tauchen gehören auch zur Arbeit“. Genau diese Vielfalt begeistert sie.
Von Klara Landes


